Politik : Terror-Prozess in Paris: Bitte an Merkel

Paris - Ein in Frankreich als Terrorpate angeklagter Deutscher hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Hilfe für eine „faire Verhandlung“ gebeten. Christian Manfred Ganczarski wird beschuldigt, dem Anschlag auf die Synagoge der tunesischen Ferieninsel Djerba am 11. April 2002 als Mitwisser seinen Segen gegeben zu haben. Damals waren 21 Menschen getötet worden, darunter 14 Deutsche. Er sei unschuldig, schrieb Ganczarski in einem Brief an Merkel, der der Deutschen Presse-Agentur in Paris vorliegt. „Ich habe ein ruhiges Gewissen“ und nichts mit einem „schrecklichen Attentat oder einer solchen Planung“ zu tun. Der Deutsche wurde im Juni 2003 in Frankreich verhaftet und soll sich von Montag an vor einem Pariser Gericht verantworten.

Der Djerba-Attentäter Nizar Nawar hatte den Muslim Ganczarski angeblich kurz vor dem Anschlag angerufen und ihn um seinen „Segen“ gebeten. Ein Video von 2000 soll Ganczarski zudem in der Nähe des Al-Qaida-Führers Osama bin Laden in Afghanistan zeigen. Darauf seien auch zwei der Attentäter vom 11. September 2001 in New York zu sehen, hatte die ARD-Sendung „Report Mainz“ im November 2007 berichtet.

Ganczarski erklärte, er werde in Frankreich vorverurteilt. Er sei kein hochrangiges Mitglied von Al Qaida, wie es der damalige Innenminister und jetzige Präsident Nicolas Sarkozy 2003 erklärt habe. Es sei „deutlich absehbar“, dass sein Prozess nicht fair werde.

So habe er in den Hungerstreik treten müssen, um Zugang zu seinem Computer zu erhalten und damit die für den Prozess nötigen „10 835 Dokumente durchschauen“ zu können. Merkel möge sich an Paris wenden, um „eine gerechte und faire Verhandlung“ zu gewährleisten. dpa

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