Terror : Über 40 Tote bei Anschlägen im Irak

Neuer Terror im Irak: Bei mehreren Anschlägen sind am Dienstag mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Trotz der zahlreichen Gewalttaten in den vergangenen Wochen wollen die irakischen Sicherheitskräfte an ihrer Anti-Terror-Strategie festhalten.

Tikrit/Bagdad/BakubaDer blutigste Anschlag galt einer Gruppe von Bewerbern für den Polizeidienst in der Provinz Dijala, 36 Menschen starben. Augenzeugen berichteten, ein Selbstmordattentäter sei vor der Polizeiwache der Ortschaft Dschalula nordöstlich von Bagdad aus einem Auto gesprungen und habe inmitten der Freiwilligen einen Sprengstoffgürtel gezündet. Dann sei auch noch ein Sprengsatz, der in seinem Auto versteckt gewesen sei, detoniert. Die Zahl der Verletzten wurde mit 47 angegeben.

Noch Stunden nach dem Anschlag wurden Schwerverletzte in Krankenwagen abtransportiert. Freiwillige, die sich für den Dienst bei Armee oder Polizei melden, gehören zu den bevorzugten Anschlagszielen der Terroristen im Irak. Da sie meist in größeren Gruppen vor Amtsgebäuden anstehen, können Selbstmordattentäter, die in jedem Soldaten oder Polizisten einen "Verräter" sehen, leicht viele Menschen auf einmal töten.

Sicherheitskräfte: "Terroristen aus ihren Schlupfwinkeln vertreiben"

Ein Sprecher der irakischen Sicherheitskräfte erklärte, die zahlreichen Anschläge der vergangenen Wochen seien noch kein Beweis dafür, dass die Anti-Terror-Strategie von Polizei und Armee gescheitert sei. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Terroristen auch aus ihren letzten Schlupfwinkeln vertrieben seien, sagte er am Dienstag in Bagdad. "Der irakischen Polizei und der Armee ist es gelungen, viele Gebiete zu befreien, in die sich fünf Jahre lang kein Vertreter der Staatsmacht wagen konnte, vor allem in Bakuba (der Hauptstadt der Provinz Dijala)", fügte er hinzu.

Andernorts in Dijala starben am Dienstag laut der Agentur Aswat al-Irak vier Mitglieder einer Familie. Ein fünftes Familienmitglied sei verletzt worden, als in der Nähe der Kleinstadt Balad Rus eine Bombe neben dem Auto der Familie detoniert sei, hieß es. Eine Autobombe tötete vor dem Gesundheitsamt der Stadt Tikrit nach Polizeiangaben vier Menschen. Der Anschlag galt nach Einschätzung der Polizei möglicherweise dem Direktor der Behörde, der einer der schiitischen Regierungsparteien angehört. Er war jedoch nicht in dem Gebäude, als die Bombe explodierte.

Die US-Armee meldete unterdessen, ein amerikanischer Soldat sei am Montag im Norden Bagdads während einer Patrouille erschossen worden. Am Dienstag nahmen US-Soldaten in Bagdad nach Militärangaben zwei mutmaßliche Angehörige einer Schiiten-Miliz namens Hisbollah-Brigaden gefangen, die angeblich vom Iran unterstützt worden sein sollen. (mfa/dpa)

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