Terror-Verdacht : Funktionär von Milli Görüs unter Verdacht

Zwei führende Funktionäre islamistischer Organisationen in der Bundesrepublik sind in den Verdacht geraten, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben.

Frank Jansen

Berlin - Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Oguz Ücüncü, Generalsekretär des türkischen Vereins Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), der zweite Beschuldigte ist Ibrahim El Zayat, Chef der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD). Das Verfahren gegen die beiden Funktionäre und fünf weitere Personen sei bereits 2007 eingeleitet worden, sagte der Münchner Oberstaatsanwalt August Winkler dem Tagesspiegel. Es würden vor allem Finanztransfers untersucht. Winkler deutete an, vermutlich seien Gelder an Privatpersonen in der Region München übermittelt und von dort „verschleiert weitergeschickt“ worden – möglicherweise mit dem Ziel, terroristische Vereinigungen zu unterstützen. In Sicherheitskreisen hieß es, über Umwege könnte die palästinensische Hamas profitiert haben.

Am 10. März stellte die Polizei bei Razzien in München, Köln, Berlin und weiteren Städten umfangreiches Material sicher. In Berlin wurden nach Informationen des Tagesspiegels Geschäftsräume und eine Privatwohnung durchsucht. Ücüncü und El Zayat bestreiten die Vorwürfe. Der Fall könnte aber vor allem für die IGMG einen schweren Imageschaden bedeuten. Der türkische Verein ist mit 27 000 Mitgliedern die größte islamistische Organisation in Deutschland. Er gibt sich seriös-konservativ und hat enormen Einfluss in der Dachorganisation Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland. Der Islamrat nimmt an der von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) initiierten Islamkonferenz teil. El Zayat verwaltet den Immobilienbesitz der IGMG. Die von El Zayat geleitete Islamische Gemeinschaft steht der Muslimbruderschaft nahe, aus der unter anderem die Hamas hervorging. Frank Jansen

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