Terror : Verdächtiger: Geständnis unter Folter erzwungen

Ein umfassendes Geständnis lag vor: Aleem N. gab darin zu, in einem Ausbildungslager einer Terrororganisation gewesen zu sein. Doch nun bestreitet er dies - die Aussage sei unter Folter in Pakistan entstanden.

Karlsruhe / GermersheimDie Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den aus Pakistan stammenden Deutschen Aleem N. wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen Terror-Vereinigung. Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde in Karlsruhe bestätigte einen Bericht des Internet-Magazins stern.de. Einzelheiten zu dem Fall wollte er nicht nennen. Der 45-Jährige aus Germersheim in Rheinland-Pfalz war wegen Terrorverdachts neun Wochen in pakistanischer Haft festgehalten worden und Ende August nach Deutschland zurückgekehrt.

In Pakistan war Aleem N. während seiner Haftzeit nach eigenen Angaben auch gefoltert worden. Sein Anwalt Manfred Gnjidic sagte gegenüber stern.de: "Geständnisse, die unter Folter entstanden sind, können nicht Bestandteil von Ermittlungen gegen deutsche Staatsangehörige sein."  Aleem N. räumte im Gespräch mit dem Magazin ein, er habe in Pakistan zugegeben, in einem Lager zur Terrorausbildung gewesen zu sein. Dies habe aber nicht der Wahrheit entsprochen. "Die Schläge waren einfach zu viel für mich. Ich wollte nur nach Hause zu meiner Frau und meinen Kindern." Er habe den Agenten deshalb erzählt, was diese hören wollten.

Er steht im Verdacht, für die Terrororganisation Al Qaida Geld nach Pakistan gebracht und Kämpfer rekrutiert zu haben. Außerdem soll er ein Terrorlager in der Region Waziristan besucht haben. Er sei in keinem solchen Camp gewesen, sondern nach Pakistan gereist, um Edelsteine einzukaufen, sagte er. Der Germersheimer wurde in Pakistan geboren und hat einen deutschen Pass. Er war am 18. Juni von den pakistanischen Behörden festgenommen worden. Am 21. August entschied der Oberste Gerichtshof in Islamabad, ihn frei zu lassen, da die Beweise gegen ihn nicht ausreichen. (mit dpa)

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