Politik : Terroranschläge in London

London ist von einer Serie verheerender Attentate erschüttert worden. Mitten im morgendlichen Berufsverkehr explodierten in drei U-Bahnen und einem Bus Sprengsätze. Mindestens 33 Menschen starben, 350 wurden verletzt.

London (07.07.2005, 17:08 Uhr) - Die erste Bombe explodierte um 08.51 Uhr Ortszeit (09.51 MESZ) in einem Zug in einem Tunnel nahe der Liverpool Street Station. Dabei wurden sieben Menschen getötet. Vier Minuten später ging eine Bombe in einem Zug nahe der King's Cross Station hoch. 21 Menschen starben hier. Um 09.15 Uhr ereignete sich eine Explosion in einem Zug an der Edgware Road. Es gab fünf Todesopfer.

Um 09.47 Uhr gab es eine Explosion in einem Doppeldeckerbus am Tavistock Square. Das Dach wurde abgerissen. Sechs Stunden nach dem Ereignis konnte die Polizei immer noch nicht sagen, wie viel Menschen hier ums Leben kamen. Sie bestätigte lediglich, dass es Todesopfer zu beklagen gäbe.

Blair bezeichnete es als «besonders barbarisch», dass die Terroristen zugeschlagen hätten, während die Staats- und Regierungschefs der G8 in Schottland über Afrikahilfe und Klimaschutz gesprochen hätten. Aber auch mit «Tod und Zerstörung» könnten die Terroristen Großbritannien und die anderen Demokratien nicht davon abhalten, ihre Werte zu verteidigen: «Wir sind entschlossen, dass es ihnen niemals gelingt, das zu zerstören, was uns lieb ist in unserem Land und in anderen zivilisierten Nationen in der Welt.»

Auch Innenminister Charles Clarke sagte vor dem britischen Unterhaus, die Terroristen würden nicht siegen. Er forderte alle Einwohner Londons auf, nicht ins Zentrum zu fahren. Die Flughäfen Londons würden normal funktionieren. Schulkinder im Zentrum der Stadt sollten vorerst innerhalb der Schulgebäude bleiben.

Königin Elizabeth II. zeigte sich «tief schockiert». Papst Benedikt XVI. sprach den Angehörigen der Opfer der Terroranschläge in London sein Beileid aus. Der französische Premierminister Dominique de Villepin sagte: «Das ist ein Drama für ganz Europa». Die spanische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero rief zur Einheit im Kampf gegen «die Barbarei des Terrors» auf. Die EU-Kommission zeigte sich in Brüssel «schockiert und entsetzt». Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer betonte: «Es kann für ein solch schändliches Verbrechen keine Rechtfertigung geben.» (tso)

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