Terroranschlag in Istanbul : 15 Tote und 150 Verletzte bei Explosion

Nach der Detonation von zwei Bomben im europäischen Teil Istanbuls sind mindestens 15 Menschen tot, weitere 150 verletzt. Türkische Sicherheitsbehörden vermuten einen Anschlag der PKK.

IstanbulBei zwei Bombenexplosionen in der türkischen Metropole Istanbul sind am Sonntagabend nach offiziellen Angaben 15 Menschen getötet worden. Das berichteten die türkischen Nachrichtensender CNN-Türk und NTV. Mehr als 150 weitere Menschen seien verletzt worden. Die Sicherheitsbehörden vermuten die kurdische Untergrundorganisation PKK hinter dem Anschlag.

Nach Angaben des Gouverneurs von Istanbul, Muammer Güler, wurde gegen 21.45 Uhr Ortszeit eine kleine Bombe in einem Abfallkorb auf einer belebten Straße des europäischen Stadtbezirks Güngören gezündet. Als Menschen herbeiströmten, sei die eigentliche Bombe gegen 22.00 Uhr explodiert. Güler sagte, er sei sich sicher, dass es ein Terroranschlag war. Ziel des Attentats sei es gewesen, so viele Menschen wie möglich zu treffen.

Anschlag trägt Handschrift der PKK

Auf ersten Fernsehbildern waren blutüberströmte Menschen zu sehen, die panisch und orientierungslos umherliefen. Zahlreiche Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge fuhren zum Anschlagsort. Die Polizei riegelte das Gebiet ab und kontrollierte verdächtige Gepäckstücke in der Umgebung. Laut Istanbuls Gouverneur Güler werden nun die Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet.

Laut dem Sender NTV, gehen Sicherheitskreise von einem Anschlag der PKK aus. Die Methode, erst eine Bombe zu zünden und dann eine zweite, weise auf Ähnlichkeiten mit anderen Anschlägen der Terrororganisation hin.

Steinmeier verurteilt Anschlag aufs Schärfste

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich erschüttert über den blutigen Terroranschlag in Istanbul gezeigt. "Ich verurteile diesen blinden Akt des Terrors aufs Schärfste", sagte er am Montag in einer ersten Reaktion am Rande seines Afghanistan-Besuchs in Masar-i-Scharif. "Deutschland ist in dieser schwierigen Lage an der Seite der Türkei und seiner Menschen. Die Rechnung der Urheber dieses feigen Anschlags darf nicht aufgehen."

In Istanbul wurden bereits mehrere Attentate der PKK zugeschrieben, die seit 1984 für die Unabhängigkeit des Kurdengebietes kämpft. In dem Konflikt kamen bislang mehr als 37.000 Menschen ums Leben. Die türkische Regierung geht gegen die kurdischen Rebellen auch im Nachbarland Irak vor. Erst in der Nacht zum Sonntag griff die türkische Luftwaffe Stellungen von PKK-Rebellen im Nordirak an. Zuvor hatte die türkische Armee in der Nacht zu Donnerstag PKK-Stellungen im Irak beschossen. (ata/axg/jg/dpa/AFP)

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