Terroranschlag von Bombay : Indien übergibt Beweismaterial an Pakistan

Die indische Regierung hat Pakistan Vernehmungsprotokolle mit dem einzigen überlebenden Angreifer des Terroranschlags in Bombay weitergeleitet. Indien erwartet, dass das Nachbarland weitere Schritte zur Ermittlung der Hintermänner ergreift.

Neu Delhi/Islamabad Indien hat der Regierung in Islamabad am Montag Beweismaterial für die angebliche Verwicklung von pakistanischen Hintermännern in den Terroranschlag von Bombay übergeben. Außenminister Pranab Mukherjee sagte in Neu Delhi, das Material enthalte Belege dafür, dass die Terroristen vor und während des Angriffs in der indischen Finanzmetropole Verbindungen zu "Elementen in Pakistan" gehabt hätten. Bei dem Anschlag waren Ende November mehr als 170 Menschen ums Leben gekommen.

Die Unterlagen enthalten den Angaben zufolge Vernehmungsprotokolle mit dem einzigen überlebenden Angreifer, Ajmal Amir Kasab. Der Mann habe angegeben, pakistanischer Staatsbürger zu sein, hieß es. Zudem seien Daten von Satellitentelefonen und GPS-Geräten sichergestellt worden, die von den insgesamt zehn Terroristen genutzt worden seien.

Indien erwartet Aufklärung von Pakistan

Das pakistanische Außenministerium teilte in Islamabad mit, es habe "Informationen im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Bombay" erhalten und werde diese prüfen. Indiens Außenminister Mukherjee erklärte, Neu Delhi erwarte nun, dass Pakistan "umgehend" weitere Ermittlungen einleite und deren Ergebnisse den indischen Behörde zur Verfügung stelle. Die Terrorserie hat die Beziehungen zwischen den südasiatischen Atommächten schwer belastet.

Unterdessen traf der stellvertretende US-Außenminister Richard Boucher in der Region ein, um zwischen Pakistan und Indien zu vermitteln. Zunächst seien Gespräche mit der pakistanischen Regierung geplant, teilte das Außenministerium in Islamabad am Montag mit. Anschließend sollte Boucher nach Neu Delhi weiterreisen. (ae/dpa)

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