TERRORBEKÄMPFUNG : Zu wenig Sprit

Britische Soldaten haben offenbar im Jahr 2005 den irakischen Al-Qaida-Chef Abu Mussab Sarkawi nicht festnehmen können, weil ihrem Hubschrauber das Benzin ausging und sie umkehren mussten. Wie die britische Zeitung „The Observer“ am Sonntag unter Berufung auf die vom Enthüllungsportal Wikileaks veröffentlichten geheimen US-Militärdokumente berichtete, spürten britische Geheimdienste Sarkawi im März 2005 nahe der südirakischen Stadt Basra auf. Demnach überwachte ein Helikopter anschließend das Gebiet und ein verdächtiges Fahrzeug. Der Überwachungsflug musste den Dokumenten zufolge allerdings nach einer Viertelstunde abgebrochen werden, weil dem Helikopter das Benzin ausging. „Aus diesem Grund war das Gebiet für 20 bis 30 Minuten nicht überwacht“, heißt es in den Dokumenten, die Wikileaks im Internet veröffentlichte. Der „Observer“ war eins der Blätter, an die Wikileaks sie zur Auswertung gab. Später eintreffende britische Soldaten konnten nach dem Bericht des „Observer“ mangels Luftunterstützung nur noch zufällige Spuren verfolgen, Sarkawi aber nicht mehr aufspüren. Der Jordanier wurde schließlich im Juni 2006 bei einem US-Luftangriff getötet.

In der Zwischenzeit konnte der Mann, der als einer der Fürsten des Al-Qaida-Terrors gilt, noch eine Reihe von Attentaten planen. Dazu wird auch der Angriff auf die Kuppel der Goldenen Moschee 2006 in der Stadt Samarra gezählt. Der Angriff hatte im Irak eine beispiellose Welle der Gewalt ausgelöst und das Land an den Rand eines Bürgerkrieges gebracht. Auf seinen Kopf war seinerzeit eine Belohnung von 25 000 US-Dollar ausgesetzt.AFP/dpa

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