Terrorfahndung : Panne führte zum Zugriff

Der Fahndungserfolg gegen Terrorverdächtige in Deutschland ist auf eine enge amerikanisch-deutsche Zusammenarbeit zurückzuführen. Der Zugriff am vergangenen Dienstag resultierte aber offenbar auch aus einer Polizeipanne.

HamburgAls die drei Verdächtigen zufällig in eine Kontrolle gerieten, soll ein Dorfpolizist bei der Überprüfung versehentlich gesagt haben, dass die Männer "auf der Liste des BKA" stünden. Das hätten nicht nur die drei Verdächtigen in dem verwanzten Auto, sondern auch die live lauschenden BKA-Beamten gehört, berichtet der "Spiegel".

Die Kooperation im Vorfeld der Verhaftung sei "so eng wie nie" gewesen, sagte US-Heimatschutzminister Michael Chertoff. Den Angaben zufolge soll in Berlin sogar eine gemeinsame Arbeitsgruppe deutscher Behörden und der CIA an dem Fall mit dem Codenamen "Operation Alberich" gearbeitet haben.

Drahtzieher in Pakistan machte Druck

Zugleich wurden in dem Terrorfall neue Details bekannt. So sollen die im Sauerland verhafteten Verdächtigen von Pakistan aus massiv unter Druck gesetzt worden sein, einen Anschlag in Deutschland zu begehen. Das Bundeskriminalamt (BKA) hörte den Angaben zufolge Ende August einen Telefonanruf eines Unbekannten aus Nordpakistan ab, der den deutschen Islamisten eine Frist von 14 Tagen setzte.

Die möglichen Ziele für einen Anschlag hätten die Ermittler aus einer Autofahrt von Fritz G. und Adem Y. am 20. Juli abgeleitet, wobei sowohl das Fahrzeug als auch das Ferienhaus im Sauerland abgehört worden seien. Mittlerweile haben die Fahnder laut Magazin-Bericht auch rekonstruiert, dass die in dem Haus sichergestellten Militärsprengzünder aus Syrien stammen und mit einem Kurier eingeschleust wurden. (mit dpa)

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