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Terrorhelfer im Visier : Razzia gegen mutmaßliche Islamisten

Die Polizei hat mit einer Razzia gegen sechs mutmaßliche Islamisten in mehreren Wohnungen und einem Büro in Stuttgart sowie im Landkreis Ludwigsburg begonnen. Die Männer sollen Geld für terroristische Zwecke gesammelt haben.

Die Polizei hat am Dienstag acht Wohnungen und ein Büro von sechs mutmaßlichen Islamisten im Landkreis Ludwigsburg sowie in Stuttgart durchsucht. Die Männer würden verdächtigt, eine „schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ vorbereitet zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ihnen werde vorgeworfen, Geld für terroristische Zwecke gesammelt und an Personen im Ausland weitergeleitet zu haben.

Die Männer, die zwischen 42 und 51 Jahre alt sind, sollen außerdem eine kriminelle Vereinigung gebildet haben. Bei den mutmaßlichen Islamisten handelt es sich den Angaben zufolge um vier Deutsche türkischer Herkunft und zwei türkische Staatsbürger. Die Ermittler stellten bei der Razzia umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Computer, Datenträger, Propagandamaterial und eine größere Menge Bargeld.
Ex-Aktivist der Vereinigung Kalifatstaat

Nach Informationen des SWR-Hörfunks soll einer der Beschuldigten ein 51-jähriger Mann aus Stuttgart sein, der seit den 90er Jahren unter Beobachtung der Ermittlungsbehörden stand. Er soll früher der inzwischen verbotenen Vereinigung Kalifatstaat zugerechnet worden sein und in den 90er Jahren in Tschetschenien als Söldner gekämpft haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dies zunächst nicht.

Bei der Vereinigung Kalifatstaat handelt es sich um eine Organisation des türkischen Islamistenführers Metin Kaplan. Sie war 2001 vom damaligen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) verboten worden. Kaplan wurde 2005 wegen der Vorbereitung von Anschlägen in seiner türkischen Heimat zu lebenslanger in Haft verurteilt. (dapd)

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