Politik : Terrorhelfer zu Haftstrafe verurteilt

Berlin - Der Angeklagte und seine Verteidigerinnen strahlten, ein Mann im Publikum weinte. Der 1. Strafsenat des Berliner Kammergerichts hat am Mittwoch den Berliner Fatih K. (32) wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt, ohne Bewährung, aber den Haftbefehl aufgehoben. Der Senat sehe keine Fluchtgefahr, sagte der Vorsitzende Richter, Josef Hoch. Außerdem habe das Geständnis des Angeklagten gezeigt, dass er seine Taten bereue. Die Bundesanwaltschaft hatte zwei Jahre und die Fortdauer des Haftbefehls beantragt. Im August 2010 hatte sich K. nach Entlassung aus der Untersuchungshaft in die Türkei abgesetzt. Er wurde festgenommen und an Deutschland ausgeliefert.

Der Senat hält K. für schuldig, Ende 2009 der Terrorgruppe „Deutsche Taliban Mudschahedin“ (DTM) zwei Spenden von je 1080 Euro übermittelt zu haben. Die DTM sind eine kleine Vereinigung deutscher Dschihadisten im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet. Die zweite Spende sei „für eine große Waffe“ gedacht gewesen, sagte Hoch. Es sei aber nicht erwiesen, dass die DTM von dem Geld eine Waffe kauften. Gegen K. ist allerdings noch ein zweites Verfahren wegen einer mutmaßlichen Spende an die Terrorszene anhängig. Hoch erwähnte auch, dass K., Familienvater mit inzwischen sechs Kindern, zweimal Reisen in Richtung Pakistan antrat, aber aufgab und nach Berlin zurückkam.

Der Fall K. ist Teil eines Verfahrens gegen drei Angeklagte. Im März verurteilte das Kammergericht Filiz G. (29), die Ehefrau des Ex-Anführers der Sauerlandgruppe, zu zweieinhalb Jahren Haft, entließ sie aber auch aus dem Gefängnis. G. hatte im Internet um Mitglieder für Al Qaida, die usbekische Terrortruppe Islamische Dschihad-Union und die DTM geworben. Außerdem überwies sie 3200 Euro an Dschihad-Union und DTM. In einem weiteren Prozess verhandelt das Gericht den Fall des Berliners Alican T. (21) mit ähnlichen Vorwürfen. fan

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