Terrorismus : 18 Tote bei Bombenanschlag in Pakistan

Am ersten Tag des schiitischen Trauermonats Muharram sind bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt im Nordwesten Pakistans mindestens 18 Menschen getötet worden. Nach Krankenhausangaben wurden mindestens 30 weitere Menschen verletzt.

Der Attentäter sprengte sich an einer Bushaltestelle in die Luft.
Der Attentäter sprengte sich an einer Bushaltestelle in die Luft.Foto: dpa

Zu Beginn des schiitischen Trauermonats Muharram hat ein jugendlicher Selbstmordattentäter auf einem belebten Markt im Nordwesten Pakistans mindestens 18 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Krankenhausangaben wurden bei dem Anschlag am Mittwoch im Distrikt Kohat mehr als 30 Menschen verletzt. Unter den Toten ist demnach auch ein Kind.

Ein Polizeisprecher sagte, der Attentäter habe sich an einer Bushaltestelle an dem Tirah-Basar in Kohat an der Tür eines Minibusses in die Luft gesprengt. Auf dem Markt kaufen vor allem Schiiten aus dem angrenzenden Stammesgebiet Orakzai ein. Der Bus war gersde dabei, nach Orakzai loszufahren, als es zu der Detonation kam.

Der Verwaltungschef des Distrikts, Khalid Khan, sagte, das Alter des Attentäters werde auf 14 oder 15 Jahre geschätzt. Er habe zwischen acht und zehn Kilogramm Sprengstoff bei sich getragen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass der Minibus komplett zerstört wurde. Nach der Detonation brachen Unruhen in Kohat aus. Aufgebrachte Demonstranten steckten Läden und Autos in Brand. Kohat liegt rund 70 Kilometer südwestlich der Stadt Peshawar.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die Taliban, deren Anhänger der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit angehören, haben in der Vergangenheit häufiger Anschläge auf Schiiten verübt. Im vergangenen Jahr waren bei einem Anschlag während des Trauermonats Muharram in der südpakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi mehr als 40 Menschen getötet worden. (dpa)

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