Terrorismus : Al Qaida-Vize droht Frankreich

Osama bin Ladens Stellvertreter Aiman al Sawahiri hat auch Frankreich mit Terroranschlägen gedroht. Die algerische Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf solle "der Stachel im Hals der amerikanischen und französischen Kreuzfahrer" sein.

Paris - Das sagte Sawahiri laut einer am Donnerstag vorliegenden Mitschrift seiner am Montag zunächst auszugsweise veröffentlichten Videobotschaft. Ein ranghoher Vertreter des Innenministeriums in Paris sagte, die Erklärungen bestätigten "das erhöhe Niveau der Bedrohung, die auf unserem Land lastet". Laut der Zeitung "Le Figaro" prangerte der Stellvertreter von Osama bin Laden in der Videobotschaft auch das Kopftuch-Verbot in Frankreichs öffentlichen Schulen an.

Die GSPC habe sich Al Qaida angeschlossen, sagte der Ägypter Sawahiri. "Unser kämpfender Scheich" Bin Laden habe ihm aufgetragen, dies zu verkünden. Die Salafisten sollten sowohl gegen das als "abtrünnige Söhne Frankreichs" verunglimpfte Regime in Algerien vorgehen als auch gegen "die wichtigsten Mitglieder der Kreuzfahrer-Koalition und vor allem ihren alten Anführer, das lasterhafte Amerika". Erste Auszüge von Sawahiris Droh-Botschaft waren am Montag, dem fünften Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, unter anderem im Internet veröffentlicht worden. Darin hatte der Bin Laden-Stellvertreter Israel und den Golfstaaten mit Anschlägen gedroht.

Im französischen Innenministerium wurde darauf verwiesen, dass die Salafisten-Gruppe GSPC traditionell Frankreich als ihren Hauptfeind ansieht. Die Salafisten hatten im Februar und März 2003 insgesamt 32 europäische Urlauber entführt, unter ihnen 16 Deutsche. Die letzten Geiseln kamen ein halbes Jahr später frei. Eine Deutsche starb in Geiselhaft an einem Hitzschlag. Nach Informationen des Pariser "Figaro" verlor die GSPC seit 2003 in ihrer Heimat erheblich an Bedeutung; außerhalb Algeriens sei die Gruppe aber im Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus gestärkt. (tso/AFP)

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