Terrorismus : Anschlag auf Soldaten - Türkei will schärfer gegen PKK vorgehen

Im Grenzgebiet zum Irak sind 13 Soldaten einer türkischen Spezialeinheit von Anhängern der PKK getötet worden. Ministerpräsident Erdogan will nun stärkere Geschütze im Kampf gegen den Terrorismus auffahren und mit US-Präsident Bush über Einsätze im Nordirak verhandeln.

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Will noch härter gegen Terrorismus vorgehen: türkischer Ministerpräsident Erdogan. -Foto: dpa

Istanbul Die türkische Armee hat im Kampf gegen kurdische Rebellen den größten Verlust seit mehr als zehn Jahren erlitten. Bei der Verfolgung von Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) geriet eine Spezialeinheit im bergigen Grenzgebiet zum Irak in die Falle. In dem Gefecht starben 13 Soldaten, wie der Generalstab in Ankara mitteilte. Panzer nahmen das Gebiet in der Nacht zum Montag unter Feuer, um den kurdischen Kämpfern den Fluchtweg in den Irak abzuschneiden.

Irak als "Trainingsplatz für Terroristen"

In der Türkei wächst die Verbitterung darüber, dass die PKK im Nordirak einen sicheren Rückzugsraum hat. Die PKK nutze diesen als Sprungbrett in die Türkei, hat der türkische Außenminister Ali Babacan bereits vergangene Woche in New York beklagt. "Der Irak hat sich in einen Trainingsplatz für Terroristen verwandelt", sagte er. Für Verärgerung sorgt zudem, dass amerikanische Waffen aus dem Irak in den Händen der PKK gelandet sind. Die Details werden derzeit amtlich untersucht. Babacan spricht bereits von "schweren Fehlern" im Vorgehen der USA.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will das Thema PKK ganz oben auf die Tagesordnung seiner im kommenden Monat geplanten Gespräche mit dem US-Präsidenten George Bush setzen. Von der irakischen Regierung fordert Ankara grünes Licht für Militäreinsätze der türkischen Armee gegen die PKK im Nordirak. Dies lehnte der irakische Innenminister Dschawad al-Bolani bei dreitägigen Verhandlungen in Ankara ab, weil es der Souveränität des Iraks zuwiderlaufe. Irakische Kurdenführer waren Sturm gegen den Plan gelaufen. So wurde ein Sicherheitsabkommen verwässert. Ein Sicherheitskomitee beider Staaten soll sich alle sechs Monate zu einer Lagebesprechung treffen.

Türkische Regierung: USA unternimmt zu wenig

Eine türkisch-amerikanische Zusammenarbeit war erst kürzlich gescheitert. Medienberichten zufolge hat der US-Sondergesandte für die Koordinierung des Vorgehens gegen die PKK, der pensionierte US- General Joseph Ralston, das Handtuch geworfen, weil das gesamte Vorhaben wirkungslos sei. Sein türkischer Amtskollege Edip Baser war im Mai von der Regierung abgesetzt worden, nachdem er öffentlich gemahnt hatte, die USA müssten im Kampf gegen die PKK eine "wirksame Haltung" einnehmen.

Seitdem ist der Kampf zwischen der türkischen Armee und der PKK eskaliert. Die türkische Armee führt in der Provinz Sirnak seit einigen Wochen eine Offensive gegen kurdische Rebellen, die mit "Herbstsäuberung" betitelt wurde. Nach früheren Berichten sind etwa 20.000 Soldaten im Einsatz. Sie haben bisher mehr als zwei Dutzend kurdische Kämpfer getötet.

"Unser Kampf gegen den Terrorismus wird eine ganz andere Form annehmen", kündigte Erdogan nach dem blutigen Gefecht vom Wochenende an. Dieser Kampf werde bis zum Ende geführt. Nur wie? Eine Eskalation im Südosten kommt Erdogan, der sein Land in Richtung EU führen will, äußerst ungelegen. (mit dpa)

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