Terrorismus : Entführer von österreichischen Touristen stellen Ultimatum

Zwei österreichische Tunesien-Urlauber sind im Februar verschleppt worden. Jetzt wenden sich die Entführer an die Regierung in Wien - und stellen Forderungen, die nicht erfüllt werden können.

WashingtonDie entführten Österreicher kämen frei, wenn alle inhaftierten Al-Qaida-Mitglieder in Tunesien und Algerien aus der Haft entlassen würden, heißt es in einer auf Donnerstag datierten Internet-Botschaft, die von dem auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten SITE-Institut in Washington verbreitet wurde. Darin wird der österreichischen Regierung von der Nacht zu Freitag an drei Tage Zeit gegeben. Das Außenministerium in Wien bestätigte den Eingang des Ultimatums.

"Sollte die Frist auslaufen und unsere Forderungen nicht erfüllt werden, liegt das Leben der beiden Geiseln in der Hand Österreichs", heißt es in der Übersetzung des Instituts weiter. Der Internetbotschaft beigefügt waren sechs Fotos, die offenbar die beiden entführten Österreicher Wolfgang E. und Andrea K. zeigen. In dem Schreiben werden die Angehörigen der Entführten aufgefordert, Druck auf die österreichische Regierung zu machen. Ferner werden westliche Touristen aufgefordert, auf Reisen nach Nordafrika künftig zu verzichten.

Österreich bemüht sich um sichere Rückkehr der Geiseln

Die Entführer der beiden Österreicher haben Kontakt zur österreichischen Regierung aufgenommen und einige "politische Forderungen" gestellt, sagte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Österreich kann auf die Forderungen jedoch nicht eingehen, da es um die Freilassung von Häftlingen in Tunesien und Algerien geht. Es wird aber alles für eine "sichere Rückkehr der beiden Geiseln nach Österreich" unternommen.

Der laut den österreichischen Medien 51-jährige Steuerberater und seine 44-jährige Freundin werden seit Mitte Februar vermisst; damals hielten sie sich in Tunesien auf. Der nordafrikanische Arm des Terrornetzwerkes Al Qaida hatte sich in einer am Montag veröffentlichten Tonbandaufnahme zur Entführung der beiden Urlauber bekannt. Laut einem Bericht der gewöhnlich gut informierten algerischen Zeitung "Annahar" haben die Entführer ihre Geiseln inzwischen in den Norden von Mali gebracht. (smz/AFP)

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