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Terrorismus : Viele Tote bei Anschlagserie im Irak

Einen Tag nachdem die US-Armee den Abzug ihrer Kampftruppen für beendet erklärt hat, ist der Irak von einer verheerenden Terrorwelle erschüttert worden. Mehr als 60 Menschen wurden getötet.

Nach Angaben von Augenzeugen, Ärzten und Polizisten starben am Mittwoch durch Sprengstoffanschläge und Selbstmordattentate landesweit 61 Menschen. Die Polizei zählte binnen weniger Stunden 14 Explosionen. Erst am Vortag hatte die US-Armee erklärt, der Abzug ihrer Kampftruppen sei beendet.

"Diese Explosionen zeigen uns, dass die irakischen Sicherheitskräfte noch nicht fähig und richtig ausgerüstet sind, um die Verantwortung für die Sicherheit zu übernehmen, jetzt, wo die US-Truppen nicht mehr da sind", sagte der Parlamentarier Fallah al-Luhaibi der Nachrichtenagentur dpa. Al-Luhaibi gehört der Al-Irakija-Liste an, die seit der Parlamentswahl im März die stärkste Fraktion bildet, aber wegen des seither andauernden Streits um die Schlüsselpositionen noch keine Regierung bilden konnte.

Die meisten Toten gab es am Freitag in der Stadt Al-Kut südlich von Bagdad. Nach Angaben von Augenzeugen starben hier allein 20 Menschen, als eine Autobombe neben dem Gebäude der Provinzverwaltung detonierte. 90 Menschen erlitten Verletzungen. Weitere Anschläge ereigneten sich in Nord-Bagdad, in der Schiiten-Stadt Kerbela, in Basra, Ramadi, Falludscha, Dudschail, al-Makdadija, Kirkuk, Mossul und Bakuba. Die Bomben detonierten neben Polizeistationen oder auf Hauptstraßen, wo sie Passanten starben. In der westlichen Stadt Falludscha traf es eine Familie, die sich neben einer Polizeipatrouille aufhielt. Zwei kleine Jungen starben. Ihre Mutter und eine Schwester wurden verletzt. Die Angehörigen der Patrouille blieben nach Polizeiangaben unversehrt.

Die US-Armee hatte am Dienstag bekanntgegeben, die Zahl ihrer Truppen im Irak sei erstmals seit dem Einmarsch von 2003 auf weniger als 50 000 Soldaten gesunken. Gemäß einem Vertrag zwischen Washington und der irakischen Regierung sollen diese Truppen, das Land bis Ende 2011 verlassen. Bis dahin sollen sie die irakische Armee unterstützen und ihre Soldaten ausbilden. Kampfeinsätze der US-Armee ohne die Iraker soll es nicht mehr geben. Die einzige Region, die am Mittwoch von Terroranschlägen verschont blieb, war das kurdische Autonomiegebiet im Norden. Dort sorgen ehemalige Kämpfer der kurdischen Parteimilizen für Sicherheit. (dpa)

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