Terrorismus : Viele Verletzte bei Bombenanschlag in Nordspanien

Bei einem Anschlag auf eine Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos sind am frühen Morgen Dutzende Menschen verletzt worden. Hinter dem Attentat wird die baskische Untergrund-Organisation Eta vermutet.

BurgosBei einem Bombenanschlag auf eine Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos sind 46 Menschen leicht verletzt worden. Wie spanische Medien unter Berufung auf die Polizei berichteten, explodierte gegen vier Uhr eine Autobombe neben einem Gebäude der Guardia Civil. An dem Gebäude und an angrenzenden Häusern sei schwerer Sachschaden entstanden, teilten die Behörden mit. Eine Seitenwand der 14-stöckigen Kaserne sei fast komplett eingestürzt.

Es habe große Schäden an Häusern gegeben, berichtete El Mundo. Die baskische Untergrundorganisation ETA weist normalerweise vor Anschlägen telefonisch auf Attentate hin. Dieser Warnanruf sei in diesem Fall nicht eingegangen. Dennoch deute alles auf ETA hin, schätzte die Zeitung El País ein.

Das Auto mit der Bombe sei hinter einem Haus abgestellt gewesen, in dem Angehörige der Polizeitruppe und ihre Familien schliefen, hieß es im Radiosender Cadena Ser. Die starke Explosion habe Panik ausgelöst. Umherfliegende Glassplitter hätten die meisten Opfer verletzt.

ETA steht für die baskischen Worte Euskadi Ta Askatasuna, die Baskenland und Freiheit bedeuten. Die terroristische Organisation wurde zum Widerstand gegen die Franco-Diktatur am 31. Juli 1959 in Bilbao gegründet. Obgleich die Diktatur in den siebziger Jahren endete, besteht ETA weiterhin und verübt immer wieder Anschläge in Spanien.

Seit den sechziger Jahren hat die Untergrundorganisation ETA, die für einen autonomen Baskenstaat im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs kämpft, mehr als 800 Menschen getötet. In der Bevölkerung verliert die ETA aber zunehmend den Rückhalt für ihre gewalttätigen Methoden.

Erst im Juni wurde Eduardo Antonio Puelles García Opfer der Terrororganisation. Im Fall des 49-jährigen Polizeikommissars explodierte unter seinem Auto ein Sprengsatz.

Fachleuten zufolge versucht die Organisation derzeit zu beweisen, dass sie immer noch Anschläge durchführen kann. Im April war der Militärchef der Separatisten, Jurdan Martitegi, festgenommen worden. Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero hatte die Friedensverhandlungen mit der ETA 2006 nach einem Anschlag auf den Flughafen von Madrid abgebrochen. Die Europäische Union ordnet die Gruppe als terroristische Organisationen ein.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, bm

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