Politik : Terrorismus: Wollte Al Qaida Atommaterial aus Russland kaufen?

Mainz (dpa).

Mainz (dpa). Die Terror-Organisation Al Qaida wollte offenbar mit Hilfe der russischen Mafia waffenfähiges Nuklearmaterial beschaffen. Der Rüstungskontrollexperte an der Universität von Stanford in den USA, Professor Friedrich Steinhäusler, sagte dem ARD-Magazin "Report Mainz": "Es ist uns bekannt, dass es sehr konkrete Versuche gegeben hat, seitens Al Qaida über Mittelsmänner und Vertreter des organisierten russischen Verbrechens an nukleares Material heranzukommen." Chef von Al Qaida ist der Top-Terrorist und mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von New York und Washington, Osama bin Laden.

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Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags Die Gespräche über den Kauf von Nuklearmaterial dürften nach Darstellung Steinhäuslers in Europa stattgefunden haben. Die Verhandlungen würden auch von europäischen Sicherheitsdiensten untersucht. Dem Experten zufolge seien in Prag mehrere Kilogramm hochangereichertes Uran aus Russland sichergestellt worden, berichtet "Report Mainz". Die aufgeflogene Bande habe mit Mittelsmännern aus Weißrussland, Tschechien, Deutschland und Russland gearbeitet.

Das Magazin berichtet, der 1998 bei München festgenommene bin-Laden-Vertraute Mamdouh Mahmud Salim habe der US-Bundespolizei FBI zufolge versucht, Komponenten für Nuklearwaffen zu beschaffen. Der Al-Qaida-Aussteiger Jamal Ahmed al-Fadl habe vor einem New Yorker Bundesgericht im Februar als Kronzeuge ausgesagt, er habe bis 1994 im Auftrag bin Ladens versucht, im Sudan hochangereichertes Uran - angeblich aus Südafrika - zu kaufen. Ob der Handel tatsächlich zu Stande gekommen sei, konnte al-Fadl nach Darstellung des Magazins nicht sagen, weil er sich zuvor mit bin Laden überworfen hatte und sich den US-Behörden stellte. Laut "Report Mainz" wurde auf dem internationalen Schwarzmarkt seit 1999 nachweislich sechs Mal nuklearwaffenfähiges Material angeboten. Es müsse aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Das gehe aus einem internen Dossier der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) hervor, das "Report Mainz" vorliegt.

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