Politik : Terroristen betrieben im Irak Chemielabor

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Bagdad Soldaten der irakischen Nationalgarde haben in der umkämpften Stadt Falludscha ein von Terroristen genutztes Chemielabor gefunden. Dort seien Bücher und Bauanleitungen für Bomben und Gifte entdeckt worden, zitierte „Spiegel online“ am Donnerstag den irakischen Sicherheitsminister Kassem Daud. In deutschen Sicherheitskreisen hieß es, das Labor habe vermutlich zur Herstellung von Sprengstoff und Giften gedient. Als Beweis für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak tauge die Entdeckung des Labors aber nicht. Die US-Regierung begründete den Krieg gegen das Saddam-Regime unter anderem mit der Behauptung, der Diktator habe über chemische und andere Massenvernichtungswaffen verfügt.

Möglicherweise wurde das Labor von der Gruppe um den Jordanier Abu Mussab al Sarkawi betrieben, dem Al-Qaida-Statthalter im Irak. Sarkawi soll nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsexperten vor etwa vier Jahren in einem Terroristenlager in Afghanistan mit Giftstoffen experimentiert haben. Im Irak seien bislang zwei Angriffe mit Giftgas-Selbstlaboraten auf US-Soldaten verübt worden, sagte ein Fachmann. Außerdem wurde im Mai bei einem Anschlag in Bagdad eine geringe Menge des Nervengases Sarin freigesetzt. fan

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