Terroristische Vereinigung : Razzia bei Anhängern verbotener Kurdenorganisation

Bei einer Großrazzia in mehreren Bundesländern hat die Polizei 22 Personen festgenommen. Die Aktion richtete sich gegen die verbotene kurdische Organisation Kongra-Gel, die für mehrer Brandanschläge in Deutschland verantwortlich sein soll.

MünchenMit einer Razzia in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen hat die Polizei 22 mutmaßliche Anhänger der verbotenen kurdischen Organisation Kongra-Gel (Volkskongress Kurdistan) aufgespürt. Nach Polizeiangaben kämpft die Vereinigung diplomatisch, aber auch mit Gewalt für einen unabhängigen kurdischen Staat.

Gegen einen 69-Jährigen Angehörigen der Führungsriege aus Maisach bei München sei ein Haftbefehl wegen Verdunkelungsgefahr ergangen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in München mit. Die Ermittler werfen den Männern und Frauen vor, den so genannten Volkskongress Kurdistan mindestens seit April 2006 ideologisch und finanziell durch das Einsammeln von Spenden unterstützt zu haben.

Anschläge auf türkische Einrichtungen in Deutschland

Bei den Durchsuchungen von 28 Wohnungen und Gewerbebetrieben in München, Köln, Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen beschlagnahmten die Beamten neben Computern, Mobiltelefonen und Büchern auch Video- und Tonbandkassetten mit Propaganda-Material. Außerdem seien Bargeld, eine Schreckschusswaffe, Spendenlisten und professionelles Einbruchswerkzeug aufgefunden worden. Schwerpunkt der Polizeiaktion war der Großraum München.

Mit Kongra-Gel werden in Deutschland neun Brandanschläge auf türkische Einrichtungen in diesem Jahr in Verbindung gebracht. Bereits Ende April war ein 45-Jahre alter Münchner in Untersuchungshaft genommen worden, der als Führungspersönlichkeit der Organisation in Südbayern verdächtigt wird. (mit dpa)

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