• Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS): Berichte über Hinrichtung von 15 entführten Christen in Syrien

Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) : Berichte über Hinrichtung von 15 entführten Christen in Syrien

Mehrere der verschleppten Christen in Syrien sind von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hingerichtet worden, melden christliche Nachrichtenportale unter Berufung auf örtliche Geistliche.

Diese assyrischen Christen sind aus Syrien in den Libanon geflüchtet, um der Verfolgung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu entkommen.
Diese assyrischen Christen sind aus Syrien in den Libanon geflüchtet, um der Verfolgung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat"...Foto: AFP

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat offenbar mehrere der am Montag in Nord-Syrien verschleppten Christen hingerichtet. Das berichteten verschiedene christliche Nachrichtenportale am Donnerstagabend unter Berufung auf örtliche Geistliche. Demnach wurden 15 junge assyrische Christen hingerichtet.
Über die Zahl der verschleppten Christen herrscht nach wie vor Unklarheit. Nach Berichten des christlichen Pressedienstes „Aina“ von Freitagmorgen sind die Namen von 150 Entführten bestätigt; insgesamt könnten aber bis zu 373 Christen der nordsyrischen Region Al-Hasaka in der Gewalt der Islamisten sein, so Aina unter Berufung auf assyrische Christenführer in Al-Hasaka.
Der syrisch-katholische Erzbischof von Hassake-Nisibi, Jacques Behnan Hindo, sprach am Donnerstag gegenüber dem vatikanischen Pressedienst Fides von mehr als 250 entführten Bewohnern der assyrischen und chaldäischen Dörfer entlang des Flusses Khabur. Sie seien in die Stadt Sheddadi, 40 Kilometer südlich von Hassake, verschleppt worden.
Unter ihnen befänden sich viele Alte, Frauen und Kinder.
Wie Aina weiter berichtet, sollen sich die IS-Kämpfer aus mehreren Dörfern zurückgezogen haben. Die Bewohner fürchteten jedoch Sprengfallen.

Assyrische Christen: Uralte Gemeinschaft im Visier des IS

Die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) hat im Nordosten Syriens mehr als assyrische Christen verschleppt. Die assyrischen Christen gehören einer der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt an. Sie sind Teil eines wahren Flickenteppichs christlicher Kirchen im Vorderen Orient und sehen sich als Nachfahren der Assyrer. Diese lebten im alten Mesopotamien - dem heutigen Irak -, bevor das Christentum und später der Islam dort Fuß fassten. Der Legende nach soll Apostel Judas Thaddäus erster Bischof der assyrischen Christen gewesen sein.
Im Gegensatz zu dem Glauben, Jesus vereine in einer Person sowohl seine menschliche wie auch seine göttliche Natur, gingen assyrische Christen davon aus, es müsse Jesus in zweierlei Gestalt gegeben haben. Ein Teil der Assyrer blieb bis heute diesem Glauben treu, der andere schloss sich Rom an. Dieser Teil, die Chaldäische Kirche, ist heute vorwiegend im Irak vertreten.
Nach Angaben der katholischen französischen Zeitung "La Croix" hat die Assyrische Kirche heute zwischen 250.000 und 400.000 Anhänger. Ein Großteil von ihnen lebt in den USA sowie in Indien. Syrien zählte vor Beginn des Bürgerkriegs vor rund vier Jahren etwa 30.000 christliche Assyrer. In dem Land waren sie noch nicht lange beheimatet, sondern wurden erst im Jahr 1933 von der Mandatsmacht Frankreich nach Massakern und Vertreibung im Irak dort angesiedelt. Gegen ihren Willen mussten sie in landwirtschaftlichen Gemeinden der nordöstlichen Provinz Hassaka leben.
In den Dörfern zwischen der gleichnamigen Stadt Hassaka und Ras al-Ain wohnen viele der assyrischen Christen bis heute Seite an Seite mit kurdischen Landarbeitern. Viele der männlichen Bewohner kämpfen gemeinsam mit den Kurden gegen den IS. Aus den Dörfern um Hassaka und Ra al-Ain stammten auch die christlichen Geiseln, die in den vergangenen Tagen zu Dutzenden von den Dschihadisten verschleppt wurden. (KNA/AFP)

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