Terrornetzwerk : Deutscher Al Qaida-Kämpfer festgenommen

Er soll Geld, Ferngläser und Funkgeräte an Al Qaida geliefert haben. Nun ist der 45-jährige Pfälzer Aleem N. festgenommen worden. Er selbst beteuert seine Unschuld. Hinweise auf einen konkreten Anschlag gibt es nicht.

Ein Deutscher pakistanischer Herkunft ist im südpfälzischen Germersheim als mutmaßlicher Unterstützer des Terrornetzwerks Al Qaida festgenommen worden. Nach der Aktion von Beamten des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz am Donnerstag erließ der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof am Freitag Haftbefehl gegen den 45-Jährigen. Aleem N. wird dringend verdächtigt, die islamisch-fundamentalistische Terror-Organisation in sechs Fällen unterstützt zu haben. Hinweise auf einen konkreten Anschlag gebe es nicht, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) dem Südwestrundfunk.

Der Mann soll laut Bundesanwaltschaft zwischen April 2005 und Juni 2007 vier Mal ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gereist sein, wo er mehrere tausend Euro, Ferngläser, Funkgeräte und Nachtsichtgeräte an Verantwortliche von Al Qaida übergeben habe. Auch soll er sich als Kämpfer angedient haben und in einem Ausbildungslager für den Umgang mit Sprengstoffen gewesen sein. Im Frühjahr 2006 soll N. eine in Deutschland lebende Person als Kämpfer gewonnen haben, "die sich sodann mit einem Empfehlungsschreiben des Beschuldigten in ein Ausbildungslager nach Afghanistan begab", so die Karlsruher Anklagebehörde.

"Demaskierung eines Unterstützers"

Wie Spiegel Online berichtet, nahm ihn  der pakistanische Gehemindienst im vergangenen Jahr fest, als er sich angeblich als Al Qaida-Kämpfer ausbilden lassen wollte. Nach zwei Monaten kam N. wieder frei. Nach Angaben des Mediums habe der Festgenommene nach seiner Rückkehr von Folter während der Inhaftierung berichtet. Er habe den Beamten alles gesagt, was sie hören wollten. Wieder in Freiheit bestand er dann aber darauf, dass er nur als Edelsteinhändler nach Pakistan gereist sei.

Für weitere Ermittlungen ist das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz zuständig. Innenminister Bruch sprach von einem "wichtigen Fang". Es gehe um die "Demaskierung eines Unterstützers" von Al Qaida, der Netzwerke gebildet habe. Er gehe davon aus, dass es außerhalb von Rheinland-Pfalz weitere Festnahmen geben werde, sagte Bruch. Das LKA ermittelt zusammen mit anderen Diensten europaweit.

Nach Angaben des Innenministers hat das LKA den 45-Jährigen seit August 2007 im Visier. Zunächst habe es einige Ungereimtheiten gegeben, nun aber hätten die Beweismittel für einen Haftbefehl ausgereicht.

Al Qaida wurde 1989 von Osama bin Laden in Afghanistan gegründet. Die Organisation ist seit ihren Anschlägen vom 11. September 2001 Hauptziel des US-geführten Feldzugs gegen den Terror. (nim/dpa)

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