Politik : Terrorprozess: Angeklagter will reden

Berlin - In den Berliner Prozess gegen den mutmaßlichen Terrorunterstützer Alican T. (21) kommt nach einem schwierigen halben Jahr jetzt doch Bewegung. Der Angeklagte wird sich, wie seine Verteidiger am Mittwoch gegenüber dem 1. Strafsenat des Kammergerichts andeuteten, zu den Vorwürfen äußern und vermutlich ein Geständnis ablegen. Alican T. hatte bislang weitgehend geschwiegen, erst kürzlich machte er Angaben zur Person und zaghafte Äußerungen zur Sache.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, er habe im Internet Videos und Audiobeiträge von Al Qaida und der usbekischen Terrororganisation Islamische Dschihad Union verbreitet und damit um Mitglieder oder Unterstützer für die Vereinigungen geworben. Außerdem soll T. die Dschihad Union und die Gruppierung „Deutsche Taliban Mudschahedin“ finanziell unterstützt haben.

In dem Verfahren haben bereits zwei weitere Prozesse gegen Mitangeklagte von T. stattgefunden, die geständig waren. Im März wurde Filiz G. (29) zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Filiz G. ist die Ehefrau des ehemaligen Anführers der Sauerlandgruppe, Fritz Gelowicz. Im April verhängte der Senat gegen Fatih K. (32) eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten Haft. Die Richter hoben jedoch sowohl bei Filiz G. wie bei Fatih K. den Haftbefehl auf. Filiz G. legte dennoch Revision gegen das Urteil ein. Da deshalb das Verfahren gegen die Frau noch nicht beendet ist, weigerte sich Fritz Gelowicz am Mittwoch, im Prozess gegen T. als Zeuge auszusagen.fan

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