Terrorprozess : Mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen in Düsseldorf vor Gericht

Zwei mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen stehen ab Dienstag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Einer der beiden soll versucht haben, 48 Gramm hoch angereichertes Uran in Luxemburg zu erwerben.

Düsseldorf - Zwei mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen stehen vom kommenden Dienstag an in Düsseldorf vor dem Oberlandesgericht. Ein dritter Angeklagter sei wegen Unterstützung der islamistischen Terrorgruppe angeklagt, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag. Der Staatsschutzsenat hat für den Prozess im Hochsicherheitstrakt des Gerichts bis Oktober 52 Verhandlungstage angesetzt. Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte Ende November vergangenen Jahres gegen die Männer Anklage wegen Mitgliedschaft in oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung erhoben.

Alle Angeklagten seien unter falschen Namen in Deutschland eingereist. Bei ihnen handele es sich vermutlich um einen 30-jährigen Syrer und zwei 29 und 32 Jahre alte palästinensische Brüder.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler war der im Januar 2005 in Mainz festgenommene Ibrahim Mohamed K. (30) in die Kommandostruktur der Organisation eingebunden und habe Kontakt zu Al-Qaida-Chef Osama bin Laden unterhalten. Er habe Selbstmordattentäter in Europa rekrutiert und auch erfolglos versucht, Nuklearmaterial zu beschaffen. So sollten 48 Gramm hoch angereichertes Uran aus Luxemburg besorgt werden.

Der 30-Jährige sei zuvor in Al-Qaida-Trainingslagern ausgebildet worden und habe sich 2001 und 2002 in Afghanistan an Kämpfen gegen das US-Militär beteiligt. In Deutschland habe er als Asylbewerber gelebt. Im Jahr 2004 habe er die Brüder und Studenten Yasser Abu S. aus Bonn (32) und Ismail Abu S. (29) aus Marburg angeworben - den einen als Mitglied, den anderen als Unterstützer. Der 32-Jährige habe als Selbstmordattentäter einen Anschlag im Irak verüben sollen.

Mit Versicherungsbetrügereien hätten die Angeklagten Geld für Terroranschläge beschafft. Dem Trio werden zehn Fälle von Betrug und 23 Betrugsversuche vorgeworfen. So sollen die Angeklagten Lebensversicherungen mit einer Summe von mindestens 1,3 Millionen Euro abgeschlossen haben, weitere Verträge in Höhe von mindestens 3 Millionen Euro waren beantragt. Laut Bundesanwaltschaft war geplant, in Ägypten einen tödlichen Verkehrsunfall vorzutäuschen, um das Geld zu kassieren. (tso/dpa)

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