Politik : Terrorspuren in Großbritannien: Anschlag auf Postamt in London

ali

In der Nacht zu Ostersonntag hat ein Kommando der Terrororganisation "Wahre IRA" (Real IRA) einen Sprengsatz gegen ein Londoner Postamt gezündet. Es entstand Sachschaden. Nach Auskunft der britischen Polizei wurde bei der Explosion des Sprengsatzes, der vor dem Gebäude abgelegt worden war, in der Nacht zum Ostersonntag niemand verletzt. Der Leiter der Anti-Terroreinheit von Scotland Yard, Alan Fry, sagte, es gebe zuverlässige Hinweise darauf, dass es sich bei den Tätern um republikanische Extremisten der "Wahren IRA" handele.

Die "Wahre IRA" soll vor sechs Wochen bereits einen Anschlag auf das Fernsehzentrum der BBC verübt haben, bei dem schwerer Sachschaden entstand. Die Explosion vor dem Postamt richtete dagegen nur geringen Schaden an. Der stellvertretende britische Premierminister John Prescott bezeichnete den Anschlag als "sehr beunruhigend": "Wir müssen auf der Hut und sehr sicherheitsbewusst sein."

Unterdessen entdeckte die nordirische Polizei in einem Wald nahe der Provinzstadt Omagh einen Granatenwerfer. Vor knapp drei Jahren waren in Omagh 29 Menschen durch eine Bombenexplosion ums Leben gekommen. Die Polizei vermutete am Montag, dass die "Wahre IRA" mit dem Gerät einen Anschlag auf eine Militäreinrichtung vorbereiten wollte. Dieselbe Gruppe war damals für die verheerende Autobombe in Omagh verantwortlich gewesen, ihr angeblicher Chef sitzt seit kurzem in der Republik Irland in Untersuchungshaft.

Sprengstoffexperten der Armee hatten die Entschärfung der fast 100 Kilogramm schweren Bombe am Abend abgschlossen, die in einem abgestellten Lastwagen entdeckt worden war. Der Wagen stand im Wald von Altmore in der Grafschaft Tyrone. "Der einzige Zweck eines solchen Sprengsatzes ist es, Tod und Verwüstung zu bringen", sagte Brian Williamson, Chefinspektor der nordirischen Polizei. Er verdächtige republikanisch-katholische Extremisten. Zu ihnen gehört auch die "Wahre IRA".

Märsche wegen MKS abgesagt

In ihren Osterbotschaften hatten sowohl die "Wahre IRA" wie auch die "Continuity IRA" mit Anschlägen gedroht und das eben erst drei Jahre alt gewordene Friedensabkommen vom Karfreitag 1998 einmal mehr verworfen. Zu Ostern erinnern sich irische Republikaner an die gescheiterte Dubliner Rebellion ihrer geistigen Ahnväter gegen die Briten vor 85 Jahren. Die diesjährigen Gedenkfeiern waren wegen der Ausweitung der Maul- und Klauenseuche in Nordirland abgesagt worden.

In Nordirland sagte am Montag der stellvertretende Vorsitzende der protestantischen Ulster Unionist Party (UUP), John Taylor: "Die Wahre IRA wird zu einer ernsthaften terroristischen Bedrohung, nicht nur in Nordirland, sondern auch in London."

0 Kommentare

Neuester Kommentar