Politik : Terrorverdacht: Festnahmen in drei Ländern

Paris/Berlin - Die Polizei in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden hat zehn Personen festgenommen, die eine mit der Al Qaida in Verbindung stehende Gruppe finanziell unterstützt haben sollen. Alle Terrorverdächtigen seien Türken oder stammten aus der Türkei, sagte eine mit den Ermittlungen in Frankreich vertraute Person am Freitag. Die Polizei in Lörrach erklärte, sie habe einen internationalen Haftbefehl vollzogen. Einzelheiten wollte ein Sprecher nicht nennen. In Ermittlungskreisen hieß es, der Verdächtige sei in Weil am Rhein festgenommen worden. Acht der zehn Festgenommenen seien im Osten Frankreichs aufgegriffen worden, die beiden anderen in Deutschland und den Niederlanden, hieß es weiter in französischen Kreisen. Die zehn Personen würden verdächtigt, ein Finanzierungsnetz für eine usbekische Gruppierung unterstützt zu haben.

Die niederländische Staatsanwaltschaft bestätigte die Festnahme eines Verdächtigen auf Antrag französischer Antiterrorermittler. Der 48-jährige Mann aus der Türkei sei in Tilburg im Süden des Landes gefasst worden, teilte die niederländische Staatsanwaltschaft in Den Haag am Freitag mit. Er werde verdächtigt, sich als Geldsammler „an der Finanzierung des Terrorismus“ beteiligt zu haben. Hintergrund seien Ermittlungen der französischen Polizei und des Geheimdienstes zur Finanzierung der Bewegung des Islamistenführers Metin Kaplan. Der sogenannte „Kalif von Köln“ war Ende 2004 aus Deutschland in die Türkei abgeschoben worden. Kaplan war nach seiner Abschiebung in die Türkei im Juni 2005 von einem Gericht in Istanbul wegen bewaffneten Umsturzversuches zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er soll unter anderem geplant haben, 1998 die gesamte türkische Staatsspitze mit einem Anschlag auszulöschen. dpa/ AFP

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