Terrorwarnung : US-Bürger sollen den Jemen verlassen

Nach der jüngsten Terrorwarnung fordern die USA ihre Bürger auf, den Jemen zu verlassen. Die deutsche Botschaft in Sanaa bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen. Hintergrund der Warnung sind offenbar abgefangene Nachrichten des Al-Qaida-Chefs.

Absperrungen vor dem Gebäude der duetschen Botschaft in Sanaa.
Die deutsche Botschaft in Sanaa ist bereits weiträumig abgesperrt.Foto: dpa

Die USA haben am Dienstag ihre Bürger im Jemen aufgefordert, das Land unverzüglich zu verlassen. Als Grund wurde auf der Internetseite des US-Außenministeriums die andauernde Gefahr von Anschlägen angeführt. Auch alle Botschaftsangehörigen, die nicht zur Aufrechterhaltung eines Notbetriebes nötig seien, sollten das Land auf der arabischen Halbinsel verlassen. Die deutsche Botschaft im Jemen bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen. Dies habe Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Abstimmung mit wichtigen Partnern verfügt, teilte das Auswärtige Amt am Dienstag in Berlin mit. Grund sei eine weiterhin kritische Einschätzung der Sicherheitslage. Am Montag hatte es noch geheißen, die diplomatische Vertretung in Sanaa solle an diesem Dienstag wieder die normale Arbeit aufnehmen.

Nachrichten von Al-Qaida-Chef abgefangen

Als Reaktion auf die mutmaßliche Terrorgefahr haben die USA 19 Botschaften und Konsulaten im Mittleren Osten und Afrika bis zum 10. August geschlossen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien sperrten ihre Vertretungen im Jemen. Norwegen zog später ebenfalls nach und schloss gleich mehrere Botschaften im arabischen Raum. Hintergrund sind nach einem Bericht der "New York Times" abgefangene Nachrichten zwischen dem neuen Al-Qaida-Chef Aiman al Sawahiri und Nasser al Wuhaischi, der die Gruppe Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) führt.

In US-Regierungskreisen hieß es dazu, die Schließung der diplomatischen Vertretungen gehe nicht nur auf Nachrichten zwischen führenden Mitgliedern der Al Qaida zurück. Es gebe ein breites Spektrum an Berichten, sagte ein US-Vertreter. Allerdings habe man noch immer keine Informationen über ein konkretes Ziel oder den Ort eines mutmaßlichen Anschlages. Die Gefahr für westliche Ziele sei aber nicht geringer geworden. (rtr/dpa/AFP)


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