Terrorwarnungen für deutsche Hauptbahnhöfe : Innensenator Henkel warnt vor Panikmache

Seit Tagen gehen deutsche Sicherheitsbehörden Hinweisen auf mögliche Anschlagsziele islamistischer Terroristen nach. Innensenator Frank Henkel warnt jedoch vor Panikmache. Die Bundespolizei verstärkt ihre Präsenz.

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Die Bundespolizei hat ihre Präsenz am Berliner Hauptbahnhof deutlich erhöht.
Die Bundespolizei hat ihre Präsenz am Berliner Hauptbahnhof deutlich erhöht.Foto: Reuters

Der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) warnt vor Panikmache in Bezug auf Anschlagspläne auf deutsche Hauptbahnhöfe. Es sei jetzt die „Stunde der Wachsamkeit, nicht die Stunde von Panikmache“, sagte Henkel. Eine absolute Sicherheit gebe es nicht. Deutschland sei „natürlich potenzielles Anschlagsgebiet, auch Berlin“. Ob es konkrete Anschlagspläne auf den Berliner Hauptbahnhof gibt, wollte Henkel nicht kommentieren. Die Sicherheitsbehörden seien nach den Attentaten in Paris jedoch wachsamer. Die Bundes- und Landesbehörden hätten seitdem viele Informationen und Hinweise erhalten, denen man sorgfältig nachgehe.

Die Attentate in Paris hätten einerseits gezeigt wie verletzbar offene Gesellschaften seien. Andererseits würden die Maßnahmen, die die Sicherheitsbehörden unternommen hätten, deutlich machen, dass „wir eine wehrhafte Demokratie sind“, sagte Henkel dem RBB.

Hinweisen auf mögliche Anschlagsziele islamistischer Terroristen

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen Hinweisen auf mögliche Anschlagsziele islamistischer Terroristen seit Tagen mit Hochdruck nach. Die von ausländischen Nachrichtendiensten an deutsche Behörden weitergeleiteten Meldungen, in denen die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden als mögliche Ziele genannt werden, seien noch nicht verifiziert, erklärten Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Die Informationen würden auf Glaubwürdigkeit und Gehalt geprüft.

Die Bilder vom Zugriff: Terrorverdacht in Berlin-Moabit
Zugriff am frühen Morgen. Vermummte und schwer bewaffnete Polizisten sichern die Eingänge des Wohnhauses in der Perleberger Straße in Moabit.Alle Bilder anzeigen
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16.01.2015 08:30Zugriff am frühen Morgen. Vermummte und schwer bewaffnete Polizisten sichern die Eingänge des Wohnhauses in der Perleberger Straße...

Die Durchsuchungen von Wohnungen und Festnahmen von zwei mutmaßlichen gewaltbereiten Salafisten in Berlin bezeichnete der Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux als ein „gutes Signal“. Man müsse die Salafisten-Szene „genauer beobachten und zum richtigen Zeitpunkt einschreiten, um mögliche Attentate zu verhindern“. Entsprechende Warnungen müsse man ernst nehmen, sagte Lux.

Bundespolizei erhöht ihre Präsenz

Fakt sei, dass bei den Durchsuchungen in Berlin keine Waffen entdeckt worden seien, sagte Hakan Tas, Innenpolitiker der Berliner Linksfraktion. Er lobte das Vorgehen der Polizei. Die Festnahmen von Ismet D. und Emin F. seien „sicher durchgeführt worden, ohne dass jemand zu Schaden kam“. Tas befürwortete, dass derzeit mehr Polizeibeamte an „gefährdeten Orten“ wie am Hauptbahnhof in Berlin Präsenz zeigen würden. Aber man solle deshalb nicht in Panik verfallen.

Tatsächlich hat die Bundespolizei ihre Präsenz am Hauptbahnhof deutlich erhöht. Mehrere Zweierteams patrouillierten am Samstag im größten Berliner Fernbahnhof, zwei weitere Doppelstreifen hatten die beiden Haupteingänge dauerhaft im Blick. Die Beamten trugen – anders als bei vorangegangenen Terrorwarnungen in den Jahren 2009 und 2010 – keine Maschinenpistolen. Allerdings wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums auch nicht sichtbare Schutzmaßnahmen getroffen – beispielsweise die Überwachung der in der Leitstelle eingehenden Kamerabilder aus Berlins wichtigstem Fernbahnhof.

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