Politik : Teuer für alle

Wasser, Zinsen, Eigenheim – wo Eichel Bürgern in die Tasche greift

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Wenn es um lebenswichtige Grundgüter geht, kann sich keiner entziehen. Deshalb trifft es jeden, wenn die Koalition tatsächlich die Umsatzsteuer für Leitungswasser von bisher 7 auf 16 Prozent erhöht. Was möglicherweise von hohem symbolischen Gehalt ist, wird im Alltag allerdings kaum zu spüren sein: Der Durchschnittsverbraucher bezahlt dann im Jahr für seinen Wasserverbrauch statt rund 6 künftig 14 Euro Umsatzsteuer, eine Familie mit einem Kind allerdings jährlich rund 35 Euro mehr, was 3 Euro im Monat ausmacht. Davon verspricht sich Finanzminister Hans Eichel Mehreinnahmen von rund 500 Millionen Euro.

Empfindlich in die Lebensplanung eingreifen könnte allerdings die Verwirklichung anderer Vorschläge auf der Streichliste, etwa die Kürzung des Sparer-Freibetrags um mehr als zwei Drittel. Ledige Sparer dürften künftig dann nur noch Zinsen in Höhe von 500 Euro statt bisher 1550 Euro kassieren, verheiratete 1000 statt 3100 Euro. Ertrag für Eichel: 1,5 Milliarden Euro. Viel Geld würde auch die Umwandlung der Eigenheimzulage in eine so genannte Kinderzulage bringen. Wenn der Staat Bauherren nur noch mit 1000 Euro pro Kind unterstützt, würde der Finanzminister immerhin rund acht Milliarden Euro sparen. hmt

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