Politik : Thailänder belagern Ministerien Oppositionsführer in Bangkok verhaftet

Bangkok - Die Demonstranten in Thailand haben ihre Proteste ausgeweitet und den Druck auf die Regierung erhöht. Zu Tausenden belagerten sie am Dienstag weitere Ministerien in der Hauptstadt Bangkok, nachdem sie am Vortag bereits das Finanz- und das Außenministerium besetzt hatten. Gegen einen der Anführer der Proteste wurde Haftbefehl ausgestellt. International gab es besorgte Reaktionen auf die Entwicklung in dem südostasiatischen Land.

Zahlreiche Ministerien waren von den Protesten betroffen, darunter die Ressorts Inneres, Landwirtschaft, Verkehr, Tourismus und Sport. Die Demonstranten forderten die Mitarbeiter der Ministerien auf, die Gebäude zu verlassen. Das Innenministerium wurde von hunderten Sicherheitskräften bewacht, während sich an zahlreichen weiteren Ministerien und Regierungsgebäuden nur wenige Sicherheitskräfte zeigten. Auch Fernsehsender, Kasernen und Polizeiwachen wurden von den Demonstranten belagert. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hatte das in Teilen Bangkoks geltende Notstandsrecht am Montagabend auf das gesamte Metropolgebiet ausgedehnt, was die Proteste aber nicht unterband.

Am Dienstag wurde Haftbefehl gegen einen der Anführer der Proteste erlassen. Suthep Thaugsuban werde aufgefordert aufzugeben, andernfalls könne er nach dem Beschluss des zuständigen Strafgerichts verhaftet werden, teilte die Polizei mit. Suthep, ein ehemaliger Vize-Regierungschef, war unter den Demonstranten, die am Montag das Finanzministerium stürmten, und hatte zur Fortsetzung der Aktionen aufgerufen. Die Opposition hatte ihre Anhänger als Reaktion auf einen Amnestieplan der Regierung mobilisiert. Sie begehrt gegen Regierungschefin Yingluck und ihren Bruder, Ex-Ministerpräsident Thaksin Shinawatra, auf, der 2006 vom königstreuen Militär gestürzt und später wegen Korruption verurteilt worden war. AFP

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