Thailand : Schwere Zusammenstöße: In Bangkok fallen Schüsse

In Bangkok droht eine gewaltsame Konfrontation zwischen Demonstranten und Militär. Ministerpräsident Abhisit beschwört die Demonstranten, friedlich abzuziehen. Soldaten gaben Schüsse ab, als Regierungsgegner offenbar versuchten, einen Bus in eine Reihe von Soldaten zu steuern.

BangkokIn Bangkok ist die Lage nach dem Einrücken tausender bewaffneter Soldaten gespannt. Augenzeugen berichteten am Montagmittag (Ortszeit) erneut von Warnschüssen. Die Sicherheitskräfte hätten Wasserwerfer in Stellung gebracht.

Die Armee hatte am frühen Morgen einige hundert Demonstranten mit Tränengas und Warnschüssen von einem Verkehrsknotenpunkt vertrieben. Dabei wurden etwa 70 Menschen verletzt. Anschließend konzentrierte sich der Machtkampf auf das Regierungsviertel.

Soldaten gaben auch Schüsse ab, als Demonstranten offenbar versuchten, einen Bus in eine Reihe von Soldaten zu steuern. Ob die Truppen nur in die Luft zielten, ist bislang unklar.

"Wir werden uns dem Militär entgegenstellen"

Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva beschwor die Demonstranten in einer neuen Fernsehansprache, friedlich abzuziehen. "Wir werden uns dem Militär entgegenstellen", sagte dagegen einer ihrer Anführer, Jakrapob Penkair, der BBC. Nur durch den Rücktritt Abhisits könne die Menge bewegt werden.

Die Demonstranten haben sich hinter Straßenblockaden verbarrikadiert. An mehreren Stellen wurden Gummireifen in Brand gesteckt. Die Demonstranten haben nach Angaben von Augenzeugen Wurfgeschosse gehortet, um näher rückende Soldaten anzugreifen.

Sie verstoßen mit ihrem Protest gegen die Bestimmungen des Ausnahmezustands. Danach sind Versammlungen von mehr als fünf Menschen verboten. Angefeuert werden sie von dem 2006 vom Militär gestürzten und flüchtigen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Er rief sie in einer Botschaft aus dem Exil zu einem Volksaufstand auf. (smz/dpa/AFP)

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