Politik : Thailands Opposition lehnt Verhandlungen ab

Bangkok - Die thailändischen Regierungsgegner haben vor einer gewaltsamen Räumung der von ihnen besetzten Flughäfen von Bangkok gewarnt und einen „Kampf bis zum Tod“ angedroht. Ein Verhandlungsangebot der Regierung wies die außerparlamentarische Opposition PAD zurück. Für Verhandlungen gebe es „keinen Spielraum“, sagte PAD-Chef Sondhi Limthongkul.

„Wenn wir mit ihnen verhandeln können, wäre das der beste Ausweg“, sagte Ministerpräsident Somchai Wongsawat, der sich aus Sicherheitsgründen weiter in Chiang Mai rund 600 Kilometer nördlich von Bangkok aufhält. Er beteuerte, dass er Gewalt vermeiden wolle. Auch die Polizei sprach sich für einen „sanften Weg“ aus. Vor einem möglichen gewaltsamen Vorgehen solle verhandelt werden, sagte ein Polizeisprecher. „Wir sind alle Thailänder.“

Tausende Demonstranten hielten weiter den internationalen Suvarnabhumi-Flughafen und den nationalen Don-Mueang-Airport besetzt. Der Betrieb ist eingestellt. Rund 90 000 Touristen sitzen deswegen in Thailand fest. Deutsche Urlauber sollen von der Ferieninsel Phuket aus nach Deutschland ausgeflogen werden (siehe Kasten).

„Wir haben keine Angst. Wir werden bis zum Tod kämpfen, wir werden uns nicht ergeben“, sagte Somsak Kosaisuk, ein Anführer der Regierungsgegner, vor Anhängern auf dem Flughafen Don Mueang. Die Demonstranten errichteten Barrieren aus Gepäckwagen um den Suvarnabhumi-Flughafen und versperrten die Zufahrtstraßen, wie Augenzeugen berichteten. Mit Eisenstangen bewaffnete „Wächter“ wollen die Sicherheitskräfte auf Abstand halten.

Die Demonstranten halten seit Ende August bereits den Regierungssitz in Bangkok besetzt. Bei ihrem letzten Einsatz gegen die oppositionelle PAD war die Polizei massiv kritisiert worden. Der Ministerpräsident wechselte gestern den Chef der nationalen Polizei aus. Der Ministerpräsident hatte am Donnerstag die Polizei ermächtigt, an den besetzten Flughäfen einzugreifen. Doch der Polizeichef hatte sich geweigert, zu intervenieren. Nachdem Somchai am Donnerstag den Ausnahmezustand über die Airports verhängt und einen Polizeieinsatz angekündigt hatte, sagte er am Freitag, die Regierung wolle „keine Gewalt oder Opfer“ provozieren. Die Ordnung solle „unter Wahrung internationaler Praktiken“ wiederhergestellt werden. Zugleich warf er den Demonstranten vor, mit der erzwungenen Schließung der Flughäfen ganz Thailand „als Geisel“ zu halten.

Unterdessen halten sich Gerüchte um einen bevorstehenden Militärputsch. Ein Sprecher Somchais sagte, wegen „Unwägbarkeiten in den Spannungen zwischen Regierung und Armee“ bleibe der Ministerpräsident bis auf Weiteres im Norden des Landes. Der Arbeitsplan des Ministerpräsidenten werde künftig nicht mehr bekannt gegeben. Mit seinen Ministern werde er sich telefonisch beraten. Chiang Mai ist eine Hochburg des Regierungslagers und die Heimatstadt von Somchais Vorgänger, dem gestürzten und ins Exil getriebenen Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Somchai und werfen ihm vor, eine Marionette Thaksins zu sein.mkb/AFP/dpa

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