Politik : Thekentanz

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Eine coole Party war das, im Frühjahr vergangenen Jahres: Rezzo Schlauch hatte ins „90 Grad“ eingeladen, Berlins ältesten Szene-Club. „Musik, die in die Knie geht“, hatte der Fraktionschef der Grünen versprochen – und damit nicht zu viel. Gerammelt voll war der Laden. Nicht nur das Schweizer Party-Paar Borer-Fielding drängte sich auf der Tanzfläche. Selbst Kanzler Schröder folgte der Einladung des Ober-Grünen aus Württemberg.

„Wenn Du bekommst, was Du willst – wenn Schönheit und Reichtum Dich umgeben“, dann sei das „90 Grad“ genau der richtige Platz, heißt es in der Eigenwerbung des Clubs. Und gut ein Jahr nach Rezzo Schlauch hat sich das nun auch bis zu Edmund Stoiber herumgesprochen. Am Donnerstag dieser Woche wird zur Party mit dem Kanzler-Kandidaten der Union in den Hauptstadtclub geladen. Und der CSU-Chef, mit Angela Merkel und Friedrich Merz im Schlepptau, scheint ganz hoffnungsfroh zu sein, dass er würdig in Schlauchs Fußstapfen tanzen kann – und nicht wie einst Oskar Lafontaine beim SPD- Jugendparteitag in Köln als Tanzbär auftritt.

Und Schlauch? Der ist derweil unter die Kochbuch-Autoren gegangen. „Die neue Ess- Klasse“ heißt der Titel, in dem der Grüne über Landschweine und die Zusammenhänge von Politik und Essen philosophiert. Der Kanzler lobt den fülligen Koalitionspartner im Vorwort als „überlegten Genussmenschen“. Das hat über Stoiber noch keiner gesagt. Über ein Kochbuch des Kandidaten jedenfalls ist noch nichts bekannt. Schlauch bietet Blutwurst mit geschmorten Äpfeln. Wird Stoiber demnächst für bayerische Weißwürste werben?Matthias Meisner

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