Thüringen, Helmut Kohl, GDL : Was am Montag wichtig wird

Rot-Rot-Grün in Thüringen auf der Zielgeraden, ein besorgter Helmut Kohl und die Streikfrage bei der Deutschen Bahn - das sind die Top-Themen an diesem Montag.

Bald am Ziel, bald Ministerpräsident? Der Linken-Politiker Bodo Ramelow.
Bald am Ziel, bald Ministerpräsident? Der Linken-Politiker Bodo Ramelow.Foto: doa

Kommt Rot-Rot-Grün in Thüringen?

Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer gibt es womöglich eine Entscheidung von historischer Tragweite: Die SPD-Mitglieder in Thüringen können noch am Montag ihr Votum zur ersten rot-rot-grünen Landesregierung in Deutschland abgeben. Um Mitternacht endet die Befragung von etwa 4300 Genossen. Erwartet wird, dass eine Mehrheit eine Regierungsbeteiligung der SPD unter einem Linken-Ministerpräsidenten Bodo Ramelow billigt. Bei Bundespräsident Joachim Gauck stößt das auf wenig Gegenliebe. Er hat öffentlich erhebliche Bedenken gegen die Linkspartei geäußert – und dafür heftige Kritik einstecken müssen.

 

Kann Helmut Kohl Europa helfen?

Altkanzler Helmut Kohl muss sich derzeit mit einigen Problemen herumplagen. Zum Beispiel klagt er gerade gegen die Veröffentlichung von Zitaten aus Gesprächen mit seinem früheren Biografen Heribert Schwan. Nachdem der 84-Jährige in einer ersten Runde vor dem Landgericht Köln verloren hatte, geht Kohl mit seinen Anwälten jetzt gegen Einzelzitate aus dem Buch „Vermächtnis“ vor. Doch den CDU-Granden treibt noch anderes um: Europa. Am Montag will Kohl in Frankfurt einen Appell zur Zukunft des krisengeplagten Kontinents vorstellen. Wie es heißt, beklagt er darin auch die Isolation Russlands. In der Ukraine-Krise hätte sich der Westen klüger verhalten können. Bei der Präsentation des Buchs „Aus Sorge um Europa“ übernimmt der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Laudatio.

 

Streiken die Lokführer wieder?

Es könnte Millionen treffen: Die Fahrgäste der Deutschen Bahn sind nicht sicher vor erneuten Streiks und massiven Behinderungen in dieser Woche. Die von der Lokführer-Gewerkschaft GDL ausgerufene Streikpause im Tarifkonflikt mit der Bahn lief Sonntagnacht aus. Allerdings war unklar, ob die GDL zunächst weiter auf Arbeitskampfmaßnahmen verzichtet oder neue Streiks vorbereitet. Da die Gewerkschaft aber immer betont hat, man werde Fahrgäste und Öffentlichkeit im Falle neuer Streiks rechtzeitig informieren, gilt ein Ausstand gleich zum Start in die Woche als eher unwahrscheinlich. Zuletzt hatten die Lokführer vom 17. bis 20. Oktober insgesamt 50 Stunden lang gestreikt - ausgerechnet am Wochenende und zum Start der Herbstferien in vielen Bundesländern.

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