Tibet : China befürchtet neue Proteste zum Jahrestag

Einen Tag vor dem 50. Jahrestag des gescheiterten Aufstands der Tibeter gegen Pekings Vorherrschaft hat China sein Truppenaufgebot entlang der tibetischen Grenze verstärkt. Vor einem Jahr war es zu heftigen Ausschreitungen mit vielen Toten gekommen.

Peking"Um Tibets Stabilität zu erhalten", seien zusätzliche Soldaten stationiert worden, teilte der für die Grenzsicherung zuständige Mitarbeiter des Ministeriums für öffentliche Sicherheit mit. Mit Hilfe der Soldaten würden die Kontrolle an den Grenzübergängen und auf den Hauptstraßen entlang der Grenze verstärkt, sagte Fu Hongyu.

"Wir werden alles tun, um die Sicherheit und die Stabilität aufrechtzuerhalten", fügte Fu hinzu. Die chinesischen Behörden fürchten, dass Exil-Tibeter aus Indien und Nepal in die autonome Region Tibet gelangen und die dortige Bevölkerung zu Protesten anstacheln könnten. Bewohner der tibetischen Hauptstadt Lhasa berichteten ebenfalls von einem erhöhten Sicherheitsaufgebot. "Bewaffnete Polizisten patrouillieren rund um die Uhr", sagte ein Hotelangestellter. Die Einwohner müssten ihre Ausweispapiere bereithalten, wenn sie auf die Straße gingen.

Die Lage in Tibet und in anderen tibetisch geprägten Gebieten Chinas ist derzeit angespannt. Vor dem Jahrestag des Aufstands der Tibeter vom 10. März 1959 verstärkten die chinesischen Sicherheitskräfte ihre Präsenz in Tibet. Bei Unruhen vor einem Jahr waren nach tibetischen Angaben 200 Tibeter getötet worden. (küs/AFP)

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