Tibet : Dalai Lama in Deutschland eingetroffen

Das tibetische geistliche Oberhaupt ist am Donnerstag zu einem fünftägigen Besuch in Deutschland eingetroffen. Als erstes traf er sich mit seinem Freund, dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, zum Frühstück. Nach anfänglichem Zögern will ihn nun auch die Bundesregierung empfangen.

Frankfurt/MainNach seiner Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen wurde der Dalai Lama als erstes von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) empfangen. Beide verbindet seit über 20 Jahren eine enge Freundschaft. Koch will sich "aus erster Hand" über die Vorgänge in Tibet und die Gespräche zwischen Vertretern der Exil-Tibeter mit der chinesischen Staatsführung informieren.

Unmittelbar vor seinem Treffen mit dem Dalai Lama hatte Koch von der Bundesregierung einen klaren Kurs in der Tibetfrage gefordert. Nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter im vergangenen Jahr sehe er, dass "wieder symbolisch ein Stück zurückgerudert wird", sagte Koch im Deutschlandfunk. Der Anspruch der großen Koalition in Berlin müsse es sein, gleichzeitig ein Freund Chinas und des tibetischen Volkes zu sein.

Es ist das erste Mal seit Beginn der Tibet-Unruhen im März, dass das geistliche Oberhaupt der Tibeter wieder in Europa ist. Bis Montag hält sich der Dalai Lama in Deutschland auf. Bei öffentlichen Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin wird er Vorträge unter anderem zum Thema Frieden und Menschenrechte halten. Während seines Besuchs wird er sich außerdem mit Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (beide CDU) treffen. Das einzige Mitglied der Bundesregierung, das den Friedensnobelpreisträger von 1989 empfängt, ist Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). (kj/ddp)

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