Politik : Tierseuche bricht auf Hof in England aus Deutsche Betriebe vorsorglich gesperrt

Berlin - Auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) auf einem Hof in der Nähe von Guildford reagieren die deutschen Behörden mit der Überprüfung von Tiertransporten der vergangenen 30 Tage aus Großbritannien. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums gab es fünf Tiertransporte nach Deutschland. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums sagte dem Tagesspiegel am Sonntag: „Es geht um einen Rinder- und fünf Schaftransporte, die aber alle nicht aus dem Gebiet stammten, in dem nun die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist.“ Dennoch würden diese Tiere nun untersucht. In mindestens zwei Bundesländern wurden einige Bauernhöfe für die nächsten Tage gesperrt. Das bedeutet, dass dort keine Tiere hinein- oder heraustransportiert werden dürfen. In Hessen waren 18 Schafe aus einem britischen Betrieb an einen deutschen Bauernhof geliefert worden. Von dort wurden die Schafe weiterverkauft, unter anderem an Höfe in Hessen und Rheinland-Pfalz.

Die Europäische Union hat bereits ein Handelsverbot für tierische Produkte aus Großbritannien erlassen. Die britische Regierung selbst hat angeordnet, dass in Großbritannien vorläufig keinerlei Tiertransporte mehr stattfinden dürfen.

Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Tierseuche, die von Viren ausgelöst wird. Sie kann Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen befallen. Für Menschen ist sie ungefährlich. Im Februar 2001 war die Tierseuche zuletzt in Großbritannien ausgebrochen. Damals wurden 6,5 bis zehn Millionen Tiere getötet und verbrannt, um die Ausbreitung des Virus aufzuhalten. Die Schäden für die Branche lagen damals bei mehr als acht Milliarden Pfund (rund zwölf Milliarden Euro). Erst seit Januar 2002 galt Großbritannien wieder als seuchenfrei.

Der aktuelle Fall trat auf einem Hof in Surrey auf. Bei 64 Rindern wurde die Krankheit nachgewiesen. Sie wurden alle bereits getötet und verbrannt. Bisher haben die britischen Behörden noch keinen Anhaltspunkt, wie die Krankheit wieder auf die Insel gelangen konnte. Premierminister Gordon Brown und Umweltminister Hilary Benn brachen beide sofort ihren Urlaub ab, um an einer Sitzung des Krisenstabs Cobra teilzunehmen. Die Regierung will auf jeden Fall verhindern, dass es wie 2001 zu einer Ausbreitung der Krankheit kommen kann. Impfungen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Seuche werden nicht mehr ausgeschlossen. Die Chefin der Veterinärbehörde, Debby Reynolds, sagte, noch werde nach dem Stamm des MKS-Virus geforscht. Nach dem MKS-Ausbruch von 2001 war heftige Kritik laut geworden, dass die Regierung zu langsam reagiert habe und deshalb Tausende gesunde Tiere umsonst hätten sterben müssen. Wissenschaftler hatten der Regierung vorgeworfen, sie sei nicht auf Notimpfungen vorbereitet gewesen. deh/AFP

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