Politik : Tierseuchen: Vier neue Fälle von Rinderwahn in Deutschland

Die Bundesregierung will die Erforschung von Gehirnerkrankungen wie BSE beim Rind, Scrapie beim Schaf und der Creutzfeld-Jakob-Krankheit beim Menschen stärker fördern. Das Bundeskabinett bewilligte dafür 27 Millionen Mark jährlich. Unterdessen melden Schleswig-Holstein, Bayern und Sachsen-Anhalt neue BSE-Fälle. Die Zahl der bestätigten Fälle von Rinderwahn stieg in Deutschland damit auf 67.

Zum Thema Online Spezial: BSE Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn sagte am Mittwoch, das nationale Forschungskonzept für übertragbare schwammartige Hirnerkrankungen (TSE) solle der Forschung neue Impulse geben. Bislang stellte ihr Ministerium 2,5 Millionen Mark pro Jahr zur Verfügung. Künftig werden es 20 Millionen sein, ergänzt durch Mittel anderer Ressorts: Gesundheit 3,5 Millionen, Verbraucherschutz drei Millionen, Umwelt 570 000 und Arbeit 100 000 Mark.

Der parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherministerium, Gerald Thalheim, warnte davor, bei BSE Entwarnung zu geben. Zwar habe es nach den ersten Fällen in Deutschland Überreaktionen gegeben. Aber man dürfe "jetzt nicht so tun, als hätten wir die Krankheit im Griff", sagte er. In Schleswig-Holstein wurde am Donnerstag ein neuer Fall von Rinderwahn bestätigt. Es handelt sich um den siebten BSE-Fall in Schleswig-Holstein. In Bayern stieg die Gesamtzahl mit drei weiteren bestätigten Fällen auf 34, teilte das Verbraucherschutzministerium in München mit. Die vier bis fünf Jahre alten Kühe waren in ihren jeweiligen Beständen in Mittelfranken, Ober- und Niederbayern verendet. Zusätzlich wurde ein neuer Verdachtsfall gemeldet, der noch geprüft wird. In Sachsen-Anhalt bestätigte sich die Rinderseuche bei einer sechsjährigen Kuh aus dem Regierungsbezirk Magdeburg, berichtete das Landwirtschaftsministerium. In Sachsen-Anhalt gab es bisher zwei Fälle von Rinderwahn.

Die EU-Agrarminister haben unterdessen die Handelsbeschränkungen wegen der Maul- und Klauenseuche weiter gelockert. Verbraucherkommissar David Byrne sagte, die Seuche sei beinahe überwunden. Die Minister diskutierten darüber hinaus - vorerst ohne Ergebnis - über bessere Haltungsbedingungen für Schweine. Zudem forderte die deutsche Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) ein Vermarktungsverbot für Kosmetika, für die Tierversuche gemacht worden sind. Allerdigs räumte sie ein, dass ein solches Verbot Probleme mit der Welthandelsorganisation bringen könnte. Entschiede sich die EU jedoch lediglich für ein Tierversuchsverbot, dürften Kosmetika, für die außerhalb der EU Tierversuche gemacht worden sind, weiter eingeführt und verkauft werden.

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