Tod des Botschafters Stevens : US-Geheimdienste sehen Bengasi-Attacke als Terrorangriff

Wer steckt hinter dem Anschlag, bei dem Botschafter Christopher Stevens starb? Die US-Geheimdienste sehen inzwischen einen koordinierten Terrorangriff mit Hinweisen zum Terrornetzwerk Al Qaida - und der US-Fernsehsender CNN nennt das eine unübliche Erklärung.

Einer der Räume des zerstörten US-Konsulats in Bengasi. Hier starben Botschafter Chris Stevens und drei Mitarbeiter.
Einer der Räume des zerstörten US-Konsulats in Bengasi. Hier starben Botschafter Chris Stevens und drei Mitarbeiter.Foto: dapd

Die US-Geheimdienste sehen jetzt im Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi mit vier Toten einen Terroranschlag. Das Büro des Nationalen Geheimdienstdirektors (DNI) teilte am Freitag mit, nun gingen die Geheimdienste davon aus, dass es sich um einen gut überlegten und organisierten Terrorangriff gehandelt habe, der von Extremisten ausgeführt worden sei, die mit dem Terrornetzwerk Al Qaida verbunden seien oder Sympathie dafür hätten. Zunächst war angenommen worden, dass der Angriff spontan aus Protest gegen ein anti-islamisches Schmähvideo begonnen hatte. Bei dem Überfall starben am 11. September der US-Botschafter Christopher Stevens und drei US-Bürger.

In der Erklärung des DNI-Pressesprechers, Shawn Turner, heißt es: Es sei jedoch weiterhin unklar, ob eine Gruppe oder eine Person das Kommando innegehabt und die Kontrolle über den Angriff ausgeübt habe. Ebenso sei nicht geklärt, ob Führer extremistischer Gruppen ihre Mitglieder angewiesen hätten teilzunehmen. Dennoch gehe man von einer Al Qaida-Verbindung aus. Es würden weiter Fortschritte bei den Ermittlungen gemacht, aber es blieben unbeantwortete Fragen.

Der US-Fernsehsender CNN sprach von einer unüblichen Erklärung, die die ursprüngliche Einschätzung revidiere. Diese Veröffentlichung zu einer laufenden Ermittlung sei, so schreibt CNN im Internet, selten und unterstreiche, wie kontrovers das Thema geworden sei. Es bleibe jedoch unklar, wann die ursprüngliche Beurteilung revidiert worden sei.

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Die „Washington Post“ meinte, die Erklärung aus dem Hause von Geheimdienstdirektor James Clapper ziele darauf ab, die Kritik an der Regierung zu beruhigen. Diese Kritik an der sich verändernden Analyse der Regierung wird vor allem von Republikanern geäußert. Die Republikaner beschuldigen die Regierung, die Terrorverbindungen kleinreden zu wollen, weil Präsident Barack Obama den Niedergang von Al Qaida als Erfolg seiner Außenpolitik verkaufen wolle.

Die ursprüngliche Interpretation unmittelbar nach dem Angriff sei dem Weißen Haus und dem Kongress weitergeleitet worden, hieß es in der DNI-Erklärung. Während der Untersuchung sei immer wieder hervorgehoben worden, dass die Informationen vorläufig und Entwicklungen unterworfen seien. (dpa)

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