Politik : Todesdrohung gegen Verdächtigen?

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Schwerin Ein Schweriner Polizist soll einen Mordverdächtigen bei einem Verhör mit dem Tode bedroht haben. Die Schweriner Staatsanwaltschaft habe gegen den Beamten Ermittlungen eingeleitet, berichtete das NDR-Fernsehen. Der 21-Jährige stand unter dem dringenden Tatverdacht eines Gewaltverbrechens an einem Kind. Der inzwischen Verurteilte hatte nach der angeblichen Drohung bei seiner Vernehmung zugegeben, ein siebenjähriges Mädchen Ostern 2004 getötet und sich anschließend an der Leiche vergangen zu haben. Nach dem NDR-Bericht hat der Täter den Polizisten in seinem Gerichtsverfahren beschuldigt. Dieser Aussage war aber in dem Prozess offenbar keine strafrechtliche Bedeutung beigemessen worden.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Gottfried Timm (SPD) will nun zunächst anhand der Gerichtsprotokolle die Beschuldigung klären. Wenn sich dies als wahr herausstellen sollte, werde er den Fall „rückhaltlos aufklären“. „Jede Art von Folter und Gewaltandrohung ist in einem Rechtsstaat völlig ausgeschlossen“, sagte Timm. Der Polizist soll dem Tatverdächtigen mit einem Todesschuss aus der Dienstwaffe gedroht haben, um den Aufenthaltsort des vermissten Mädchens zu erfahren. Die Kinderleiche fand die Polizei dann nach dem Geständnis des 21-Jährigen in dessen Schweriner Wohnung. Dem Mädchen war die Kehle durchgeschnitten worden. Anschließend hatte sich der Täter an der Toten sexuell vergangen. Das Schweriner Landgericht hatte den geistig zurückgebliebenen Mann Anfang November wegen Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt. ddp

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