Politik : Todesstrafe für Moussaoui wegen 11. September?

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Washington - In einer emotional aufgeladenen Atmosphäre haben Angehörige der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 am Donnerstag in den USA auf die Entscheidung gewartet, ob der so genannte 20. Flugzeugentführer Zacarias Moussaoui zum Tod verurteilt werden kann. In den Schlussplädoyers im Gericht von Alexandria, Virginia, waren sich Anklage und Verteidigung nur in einem einig: Moussaoui ist ein Lügner.

Für die Anklage ein mörderischer Lügner. 3000 Menschen mussten an 9/11 sterben, weil er das FBI nach der Verhaftung im August 2001 nicht über die Terrorpläne informierte, sondern in die Irre führte. Die Verteidigung sagt, Moussaoui sei ein harmloser Lügner, ein Möchtegern-Terrorist. Er sei nicht voll zurechnungsfähig. Nach eigenem Geständnis hatte er zwar Verbindung zu Al Qaida und hätte gerne ein Flugzeug ins Weiße Haus gesteuert. Er nahm auch Flugunterricht in den USA. Aber er sei nicht fähig, die Pläne auszuführen. Al Qaida habe ihm das nicht zugetraut und ihn nicht eingeplant für den Angriff auf New York und Washington. Er steht als Einziger wegen 9/11 in den USA vor Gericht.

Die Jury entscheidet zunächst nur, ob das Ausmaß seiner Mitschuld für die Todesstrafe ausreicht. Wenn ja, wird die Verhandlung weitergeführt, um mildernde Umstände wie seinen Geisteszustand zu erörtern. Wenn nein, wird das Verfahren rasch mit lebenslang beendet; dafür reicht sein Geständnis aus. Moussaoui hatte im Prozess gegen seine Verteidiger gearbeitet. Er trat als Feind der USA und Märtyrer des Islam auf. cvm

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