Politik : Todesurteil gegen „Chemie-Ali“

Bagdad - Der als „Chemie-Ali“ bekannte Cousin des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein soll bald gehängt werden. Irakische Medien berichteten am Freitag, Staatspräsident Dschalal Talabani und seine beiden Stellvertreter hätten das Todesurteil gegen den einst berüchtigten Funktionär Ali Hassan al Madschid unterschrieben. Al Madschid hatte den Beinamen „Chemie-Ali“ wegen der von ihm befehligten Giftgasangriffe auf kurdische Dörfer erhalten.

Das Sondertribunal für die Verbrechen des Saddam-Regimes in Bagdad hatte al Madschid und zwei andere Ex-Funktionäre im Juni 2007 wegen ihrer Beteiligung an der sogenannten Anfal-Kampagne gegen die Kurden in den Jahren 1987 und 1988 zum Tode durch den Strang verurteilt. Dem von Saddam Hussein angeordneten Feldzug waren seinerzeit Zehntausende von Kurden zum Opfer gefallen.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki habe sich noch nicht für ein Hinrichtungsdatum entschieden, sagte ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Er deutete aber an, dass das Todesurteil binnen 30 Tagen vollstreckt werden könnte. Die Zustimmung des Präsidialrates betrifft den Angaben zufolge nur die Hinrichtung von „Chemie-Ali“ und nicht die der beiden Mitverurteilten. dpa/AFP

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