Politik : Tödliche Anschläge nahe Damaskus

Vier Autobomben kosten mehr als 50 Menschen das Leben / Täter Islamisten?

Verwüstet: Durch die Explosionen wurden ganze Straßenzüge zerstört. Foto: AFP
Verwüstet: Durch die Explosionen wurden ganze Straßenzüge zerstört. Foto: AFPFoto: AFP

Damaskus - Bei mehreren Anschlägen nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Mittwochmorgen mindestens 54 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge explodierten vier Autobomben in dem als regierungstreu geltenden Ort Dscharamana, wobei mindestens Dutzende Menschen getötet wurden. Das Innenministerium sprach von „Terroranschlägen“ mit 34 Toten und 83 Verletzten.

Wie die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, detonierten die Autobomben auf einem zentralen Platz in der Ortschaft, die vor allem von Drusen und Christen bewohnt wird. Durch die Wucht der Explosionen wurden Häuser und Fahrzeuge schwer beschädigt. Sana zufolge explodierten zudem zwei weitere Sprengsätze in nahe gelegenen Straßen, richteten aber nur materielle Schäden an.

Der im Exil ansässigen Beobachtungsstelle zufolge wurde eines der Autos von einem Selbstmordattentäter gesteuert, eine andere Autobombe wurde offenbar ferngezündet. Die Anschläge erfolgten im Morgengrauen. Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand, deren Handschrift und vor allem die Nutzung von Autobomben erinnerte aber an die Vorgehensweise islamistischer Terrorgruppen.

In Dscharamana haben die dort lebenden Bürger Milizen gebildet, um ihr Viertel zu verteidigen. Die Drusen sind eine einflussreiche Minderheit in Syrien, ihr Glaube ist ebenso wie der der Führung um Staatschef Baschar al Assad ein Ableger der schiitischen Religion.

Die syrische Luftwaffe verstärkte unterdessen ihre Angriffe im Norden und im Zentrum des Landes, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Demnach wurden auf die Stadt Maaret al Noman in der nordwestlichen Provinz Idlib innerhalb von einer Viertelstunde fünf Luftangriffe geflogen. Auch im zentralen Homs sowie im Großraum von Damaskus setzte die Armee ihre Angriffe fort. Am Dienstag waren landesweit bei Kämpfen und Angriffen mindestens 132 Menschen getötet worden, darunter 58 Zivilisten.

Mit großer Mehrheit verurteilte ein UN-Ausschuss die „schweren und systematischen“ Menschenrechtsverletzungen durch syrische Sicherheitskräfte und die regierungstreuen Schabiha-Milizen. Die nicht bindende Resolution wurde in dem für Menschenrechte zuständigen Dritten Ausschuss der UN-Vollversammlung mit 132 Ja-Stimmen, zwölf NeinStimmen und 35 Enthaltungen verabschiedet. Der von 20 europäischen und arabischen Staaten sowie den USA eingebrachte Text fordert Damaskus auf, alle Verletzungen der Menschenrechte und Angriffe auf Zivilisten zu beenden. AFP

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