Tödliche Beißattacke : Tod des Jungen war vermeidbares Unglück

Am Samstag wurde ein kleiner Junge aus Wittenberg von einem Rottweiler angegriffen und tödlich verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem "vermeidbaren Unglück" aus.

Sandra Lukosek
Pressekonferenz nach Hundeattacke: Der Kriminalrat der Polizei Dessau-Roßlau, Thomas Engel (r.) und Oberstaatsanwalt Christian Preissner informieren am Dienstag auf einer Pressekonferenz über die Hundeattacke in Zörnigall, bei Wittenberg. Dabei war am Samstagabend ein Junge von einem Rottweiler tödlich verletzt worden.
Pressekonferenz nach Hundeattacke: Der Kriminalrat der Polizei Dessau-Roßlau, Thomas Engel (r.) und Oberstaatsanwalt Christian...Foto: Hendrik Schmidt, dpa

Der kleine Junge aus Wittenberg, der am Samstag auf dem Grundstück seiner Urgroßmutter von dem dort lebenden Rottweilers totgebissen wurde, könnte möglicherweise noch am Leben sein. Die Staatsanwaltschaft teilte auf der Pressekonferenz mit, dass sie bei der tödlichen Rottweiler-Beißattacke von einem "vermeidbaren Unglück" ausgeht.

Der "Vorfall fällt aus dem Rahmen eines üblichen Hundeunfalls," sagte Oberstaatsanwalt Christian Preissner am Dienstag in Dessau-Roßlau der Deutschen Presseagentur dpa. Der Angriff auf den dreijährigen Jungen, der laut Obduktionsergebnis durch die Verletzung der Halsschlagader verblutet ist, hätte weder eintreten dürfen noch müssen.

Preissner verwies auf einen Vorfall vom 1. März dieses Jahres. Damals schon waren der Rottweiler und die Boxerhündin, die nach Angaben Doreen Wendlands, Pressesprecherin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost bei der 76 Jahre alten Urgroßmutter des Getöteten in Pflege waren, dem Ordnungsamt gemeldet worden. Die Tiere hatten das Grundstück der alten Frau verlassen und sich Nachbarn bedrohlich genähert. Die Verängstigten riefen die Polizei und die Ordnungsbehörde erteilte der Frau Auflagen. Demnach sollte sie auf dem Hof dafür sorgen, dass die Tiere nicht weglaufen können. Die Polizei sprach nach der Überprüfung von einem "verwahrlosten Grundstück".

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen gegen die 76-Jährige aus Zörnigall, auf deren Grundstück der Rottweiler am Samstag den dreijährigen Urenkel der Frau attackierte und tödlich verletzte. (mit dpa)

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