Politik : Togo wählt

Gut zwei Monate nach dem Tod von Afrikas dienstältestem Staatschef Gnassingbé Eyadéma haben die Togoer am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. Angesichts heftiger Zusammenstöße zwischen Anhängern von Regierung und Opposition während des Wahlkampfs herrscht Angst vor neuer Gewalt.

Lomé/Nairobi (24.04.2005, 17:51 Uhr) - Bis zum Mittag lagen jedoch keine Berichte über Zwischenfälle vor. Etwa 2,2 Millionen Wahlberechtigte waren am Sonntag aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Als Favorit galt Faure Gnassingbé. Er ist der Sohn des im Februar gestorbenen Präsidenten Gnassingbé Eyadéma, der das Land fast vier Jahrzehnte lang regiert hatte und dem von der internationalen Gemeinschaft immer wieder massive Wahlfälschungen vorgeworfen worden waren.

Gnassingbé junior war nach dem Tod seines Vaters vom Militär bereits zu dessen Nachfolger bestimmt worden. Nach massiven Drohungen der Afrikanischen Union erklärte er sich jedoch zu Wahlen bereit. Oppositionskandidat ist der über 70 Jahre alte Bob Akitani. Der eigentliche Oppositionsführer Gilchrist Olympio durfte nicht kandidieren, weil er im Exil lebt. Wann das Wahlergebnis bekannt gegeben werden soll, ist noch nicht bekannt.

UN-Generalsekretär Kofi Annan und die Europäische Union riefen alle Parteien zu friedlichen und fairen Wahlen auf. Die EU hatte angesichts der kurzen Vorbereitungszeit auf die Entsendung von Wahlbeobachtern verzichtet. Das kleine westafrikanische Land war früher deutsche Kolonie und hat etwa 4,5 Millionen Einwohner. (tso)

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