Politik : Tote am Gedenktag der Palästinenser Israels Grenzen zu Syrien und Libanon überrannt

Tel Aviv/Gaza - Beim Sturm auf Israels Grenzen sind am sogenannten Naqba-Tag mehr als 20 Palästinenser getötet und Dutzende verletzt worden. Zwei von ihnen starben, als erstmals seit Jahrzehnten am Sonntag tausende Zivilisten von Syrien aus die streng bewachte Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen durchbrachen. Der schwerste Vorfall ereignete sich an der libanesisch-israelischen Grenze, wo israelische Soldaten nach Armeeangaben zehn Palästinenser beim Durchbrechen der Grenze während eines „Marsches für die Rückkehr nach Palästina“ erschossen.

Die Palästinenser gedenken am Tag der Naqba („Katastrophe“) der Flucht und Vertreibung hunderttausender Araber aus dem historischen Palästina nach der israelischen Staatsgründung von 1948. Die schwer bewachte Grenze der seit dem Krieg 1973 von Israel besetzten Golanhöhen zu Syrien gilt sonst eher als ruhig. Dutzenden der Demonstranten war es am Sonntag sogar gelungen, bis in die nahe gelegene Ortschaft Madschd al-Schams vorzudringen.

In Tel Aviv tötete ein arabischer Lastwagenfahrer am Sonntag einen Israeli und verletzte mindestens 13 weitere. Die Polizei ermittelt, ob der 22-Jährige sein Fahrzeug in einem Wohnviertel im Süden der Stadt gezielt auf Passanten und Autos lenkte. Im nördlichen Gazastreifen wurden nach Angaben palästinensischer Sanitäter 15 Menschen von einer israelischen Panzergranate verletzt. An einigen Militärsperren im Westjordanland und in Ost-Jerusalem kam es zu Krawallen.

Die zentrale Gedenkveranstaltung der Palästinenserbehörde von Präsident Abbas fand am Sonntag in Ramallah statt. Tausende Menschen marschierten zum zentralen Manara-Platz. Sirenen heulten im Gedenken an die palästinensischen Flüchtlinge, die vor 63 Jahren ihre Heimat verloren. Teilnehmer der Kundgebung trugen palästinensische und schwarze Flaggen. dpa/AFP/rtr

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