Politik : Tote bei Attentat in Israel

Charles A. Landsmann

Tel Aviv – Bei einem Selbstmordanschlag in der Küstenstadt Netanjia nördlich von Tel Aviv starben am Dienstagabend vor einem Einkaufszentrum zwei Passanten und der Täter selbst. 26 weitere Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Ein weiterer Attentäter war kurz zuvor bei dem Versuch verletzt worden, sich mit einem mit Gasflaschen gefüllten Lieferwagen in der Siedlung Shavei Shomron im Westjordanland in die Luft zu sprengen.

Für den Anschlag in Netanjia, den ersten seit einer monatelangen Phase relativer Ruhe, übernahm der extremistische „Islamische Dschihad“ die Verantwortung. Vermutlich steckt die Gruppe auch hinter dem Attentat in der Siedlung. Der „Islamische Dschihad“ ist als einzige Organisation nicht der von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Hinblick auf den bevorstehenden israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen vereinbarten Waffenruhe beigetreten. Der letzte größere Anschlag in Israel galt vor einem halben Jahr einem Club am Strand von Tel Aviv. Auch für ihn hatte der „Islamische Dschihad“ die Verantwortung übernommen.

Premier Ariel Sharon scheint trotz der Anschläge entschlossen, mit den Siedlungsräumungen im Gazastreifen am 15. August anzufangen. Jedoch wurde das für Mittwochabend vereinbarte Koordinationsgespräch zwischen Israels Verteidigungsminister Shaul Mofas und dem für den Rückzug zuständigen palästinensischen Minister Mohammed Dahlan abgesagt. Auf palästinensischer Seite dürften die Sicherheitsorgane versuchen, den „Islamischen Dschihad“ von weiteren Anschlägen abzuhalten und nicht weiter die Herrschaft von Abbas und Ministerpräsident Ahmed Kurei zu unterminieren. Die Palästinenserbehörde beeilte sich, den Anschlag zu verurteilen.

Im Mai vor drei Jahren hatte ein Selbstmordattentäter an der selben Stelle ebenfalls vergeblich versucht, ins Einkaufszentrum „HaSharon“ an Netanijas Hauptstraße einzudringen. Damals sprengte sich der Täter unter den Wartenden in die Luft.

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