Politik : Tote in Syrien nach Giftgaseinsatz? Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates

Damaskus/Istanbul - Bei einem massiven Bombardement in der Nähe von Damaskus hat das syrische Regime nach Angaben von Rebellen Giftgas eingesetzt und hunderte Menschen getötet. Die Angaben verschiedener Gruppen zur Zahl der Opfer gingen extrem auseinander. Die Opposition sprach am Nachmittag von womöglich bis zu 1300 Toten und vielen hundert Verletzten. Auf Bildern waren zahlreiche Leichen zu sehen, darunter auch Kleinkinder. Die Regierung bestritt, Giftgas eingesetzt zu haben. Die internationale Gemeinschaft forderte eine rasche, umfassende und unabhängige Untersuchung der Vorwürfe durch ein Team von UN-Experten, das sich derzeit ohnehin in Damaskus aufhält.

Der UN-Sicherheitsrat wurde auf Antrag der USA und anderer Länder noch für Mittwochabend zu einer Sondersitzung einberufen. Die USA, Großbritannien und Frankreich wollen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Eröffnung einer offiziellen Untersuchung auffordern. Ban äußerte sich entsetzt über die Berichte. Die UN-Inspektoren gingen den Vorwürfen gegen die Regierung von Präsident Baschar al Assad nach, versicherte Bans Büro. Das mit Assad verbündete Russland deutete an, dass die Gegner Assads selbst das Giftgas eingesetzt haben könnten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangte eine rasche Untersuchung durch unabhängige Beobachter. „Sollten sich die Angaben bewahrheiten, so ist dies ein entsetzliches Verbrechen“, sagte Merkel in Stuttgart.

Die syrische Regierung hat den Experten bislang nur den Zugang zu drei Orten gestattet, an denen in den vergangenen Monaten angeblich Chemiewaffen eingesetzt worden sein sollen. Die Bürgerkriegsparteien in Syrien beschuldigen sich seit Monaten gegenseitig, Nervengas verwendet zu haben. dpa/rtr

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