Politik : Tote nach Feuergefechten in Riad

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Riad/Kuwait Nur wenige Stunden nach zwei Autobombenanschlägen im Zentrum von Riad hat die Polizei am Mittwochabend und Donnerstag zehn Terrorverdächtige bei einem Schusswechsel getötet. Unter den Getöteten seien zwei der meistgesuchten Männer im Königreich, berichtete das staatliche Fernsehen am Donnerstag. Die Verdächtigen sollen nach der Zündung von zwei Autobomben versucht haben, das Innenministerium zu stürmen, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabija. Die Behörden im Nachbarland Kuwait verstärkten inzwischen nach Terrorwarnungen den Schutz der Ölanlagen.

Bei den Anschlägen in Riad wurden nach offiziellen Angaben zusätzlich zwölf Menschen verletzt, vor allem Wachpersonal. Eine Bombe soll nach Regierungsangaben nahe dem Innenministerium per Fernzündung zur Explosion gebracht worden sein. Die zweite Autobombe sei unweit des Hauptquartiers der Sondereinsatzkräfte explodiert. Knapp zwei Stunden danach habe die Polizei die mutmaßlichen Täter in einem Haus bei Riad überrascht, teilte das Innenministerium mit.

Beim darauf folgenden Schusswechsel seien zehn Verdächtige ums Leben gekommen. Bereits in der Nacht zuvor war bei einem Feuergefecht mit der Polizei ein Terrorverdächtiger getötet worden. In einer Videobotschaft hatte der Terroristenführer Osama bin Laden jüngst zu neuen Anschlägen in Saudi-Arabien aufgerufen.

Saudi-Arabien wird seit Mai 2003 von einer islamistischen Terrorwelle heimgesucht. Erst Anfang Dezember waren bewaffnete Terroristen in das US-Konsulat in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda eingedrungen. Fünf saudische Mitarbeiter sowie drei Attentäter kamen ums Leben. Zuvor hatten Ende Mai mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen in der Erdölstadt Al-Chobar 250 Geiseln in ihre Gewalt gebracht. Bei der Befreiungsaktion kamen 22 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Ausländer. Inzwischen soll die kuwaitische Regierung Hinweise erhalten haben, dass Terroristen die drei großen Raffinerien und andere Anlagen an den Küsten mit Booten angreifen wollten, die mit Sprengstoff beladen waren. dpa

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