Politik : Tote und Verletzte bei Bombenattentaten auf Südphilippinen

Bei zwei Bombenanschlägen auf den Südphilippinen sind am Samstag mindestens vier Menschen ums Leben gekommen und 50 verletzt worden. Die Todesopfer, unter ihnen ein 14-jähriger Junge, sowie 45 Verletzte forderte die Explosion einer Granate auf einem belebten Markt auf der Insel Jolo. Für das Attentat machte die Armee die militante Moslemgruppe Abu Sayyaf verantwortlich. Wenige Stunden später detonierte in einem Kino der Hafenstadt Zamboanga ein zweiter Sprengsatz, wobei nach Militärangaben fünf Zuschauer verletzt wurden.

Nach den Worten eines Armeesprechers ist der Bombenanschlag auf Jolo eine Vergeltungsaktion für die Militäroffensive gegen die Rebellen. In der vergangenen Woche waren mindestens 27 Abu-Sayyaf-Kämpfer bei Gefechten mit Regierungstruppen getötet worden. In Zamboanga sind derzeit etwa 400 US-Soldaten stationiert, die das philippinische Militär im Kampf gegen die Extremistengruppe unterstützen sollen, der Verbindungen zu dem Terroristen Osama bin Laden nachgesagt werden. Über das Wochenende sollen als Teil eines gemeinsamen Manövers Anti-Terror-Spezialisten der US-Streitkräfte auf die südliche Insel Basilan verlegt werden, wo die Abu Sayyaf seit Mai 2001 ein amerikanisches Ehepaar festhält.

Im Rahmen der amerikanisch-philippinischen Militärübung sollen 160 US-Soldaten auf Basilan stationiert werden. Am Freitag war dort bereits ein 20 Mann umfassender Voraustrupp gelandet. An dem Manöver mit dem Namen "Balikatan 02-1" (Schulter an Schulter) sind insgesamt 660 amerikanische und 3800 philippinische Soldaten beteiligt. Neben Basilan gilt auch die benachbarte Insel Jolo, wo 2000 über ein Dutzend westliche Urlauber entführt wurden, als Hochburg der Abu-Sayyaf-Gruppe.

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